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Leo Trotzki 19381109 Im Auftrag der GPU

Leo Trotzki: Im Auftrag der GPU

[Eigene Übersetzung nach dem russischen Text, verglichen mit der französischen und englischen Übersetzung, letztere unter dem Titel „Lombardo Toledanos Lügen“]

Während der zwanzig Monate, die ich die Gastfreundschaft dieses Landes genossen habe, haben Herr Toledano und seine Komplizen und Gehilfen eine Reihe von fantastischen Aussagen über mich veröffentlicht:

dass ich mit den Faschisten in diesem Land und in anderen Ländern zusammenarbeite;

dass ich einen Generalstreik für den Sturz der Regierung von General Cárdenas vorbereitete;

dass ich mit dem Komplott Cedillos verbunden war;

dass ich in geheimen Verbindungen mit Dr. Atl stehe;

dass ich auch die Bewegung der oppositionellen Lehrer leite;1

dass ich die Artikel von General Abelardo Rodríguez für eine gemeinsame Kampagne inspiriert habe, usw. usf.

Nach der ersten Behauptung dieser Art wandte ich mich schriftlich an die Regierung wegen der Festlegung einer offizielle Untersuchung. Die Regierung fand jedoch keinerlei Grund für eine Untersuchung.

Mehrmals bezeichnete ich in der Presse die Aussagen von Herrn Toledano und seiner Komplizen (Laborde etc.) als bewusste Verleumdung und falsche Anschuldigung. Ziel dieser Verleumdungskampagne ist es, mir das Asylrecht zu entziehen und der GPU die Möglichkeit zu geben, mich in die Hände zu bekommen

Das letzte Mal2 habe ich Herrn Toledano öffentlich vorgeschlagen, Beweise für seine Behauptungen an eine unparteiische Kommission zu übermitteln, die von der Regierung Mexikos oder beispielsweise vom Amsterdamer Zentrum der internationalen Gewerkschaftsorganisation bestimmt werden könnte. Anstatt meine Herausforderung klar und deutlich zu beantworten, brach Herr Toledano bei einer Kundgebung am 8. November3 in einen Strom grober Flüche aus und fügte den alten Verleumdungen mehrere neue hinzu.

Ich trete hier in keine politische Polemik mit Herrn Toledano. Lassen Sie mich nur kurz sagen: Wenn man Menschen vom Typ Kerenski-Toledano und Co. „Revolutionäre" nennt, dann bin ich natürlich ein „Konterrevolutionär" 4und bin stolz darauf. Aber die Frage besteht überhaupt nicht darin. Die Frage ist, ob ich einen Streik gegen die Regierung von General Cárdenas vorbereitet habe; ob ich in einen Komplott mit Faschisten eingetreten bin; ob ich eine Verbindung zu Cedillo hatte; ob ich mich heimlich mit Dr. Atl und anderen getroffen habe? Ja oder nein? Wenn ich alle diese Handlungen wirklich begangen habe, dann habe ich kein Recht auf die Gastfreundschaft dieses Landes. Wenn ich nichts von alledem getan habe, dann ist Toledano ein böswilliger Verleumder, der die öffentliche Meinung Mexikos im Auftrag der GPU systematisch getäuscht hat.

So und nur so steht die Frage. Öffentliche Schimpfwörter bezeugen nur das Fehlen der eigenen Würde. Beweise können sie nicht ersetzen.

Noch einmal sage ich den Arbeitern, Bauern und allen Bürgern dieses großmütigen Landes: Das, was Toledano euch über mich erzählt, ist eine bewusste Lüge. Glaubt ihm nicht!

L. Trotzki

9. November 1938, Coyoacán

1 In der englischen und französischen Übersetzung fehlt dieser Punkt

2 In der englischen und französischen Übersetzung: „Vor kurzem – in der Ausgabe vom 5. November von „Hoy“ –

3 In der englischen und französischen Übersetzung eingefügt: „im [Palacio de] Bellas Artes“

4 Der Schluss des Satzes fehlt in der englischen und französischen Übersetzung.

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