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Leo Trotzki 19380303 Erklärung

Leo Trotzki: Erklärung

[eigene Übersetzung nach dem russischen Text]

Unter einem Haufen phantastischer „Geständnisse" der Moskauer Angeklagten finde ich einen Hinweis auf zwei „konkrete" Tatsachen, die leicht verifiziert werden können. Es geht um meinen angeblichen Besuch beim Angeklagten Krestinski in Meran im Oktober 1933 und beim Angeklagten Bessonow in Paris im Jahre 1934.

Ich erkläre:

Ich stand seit 1927 in keiner Beziehung mehr zu Krestinski, ich habe ihn weder getroffen noch direkt noch über Dritte mit ihm korrespondiert. Nach der Kapitulation Krestinskis sah ich ihn als politischen Feind an.

Ich war noch nie in meinem Leben in Meran. Selbst der Name Meran war mir aus dem Gedächtnis entfallen. Ich habe gerade meinen Sekretär angewiesen, im enzyklopädischen Wörterbuch zu suchen, wo genau Meran liegt: in Österreich oder in der Schweiz. Es stellte sich heraus, dass die Stadt bis 1919 österreichisch war und nach diesem Jahr italienisch wurde.

Daher konnte ich mich weder mit Krestinski noch mit irgendeiner anderen Person in Meran treffen.

Während meines Aufenthalts in Frankreich habe ich dieses Land nicht einmal verlassen. Da meine Frau und ich auf dem Land, bei einer französischen Familie, vor allen Bewohnern des Hauses lebten, ist diese Tatsache leicht zu überprüfen, auch wenn die französische Polizei aus diplomatischen Gründen eine Erklärung ablehnt.

Da meine Frau und ich mit dem Wissen der höheren französischen Behörden inkognito lebten, musste ich mein Aussehen in Frankreich ändern. Vielleicht werden mir Herr Wyschinski oder seine Zeugen genau erzählen, wie ich bei meinem Besuch in Meran aussah?

Der Angeklagte Bessonow1 bezeugte, dass ich mit dem Pass eines anderen in Meran ankam. Was für einer genau? Auf welchen Namen? In welcher Stadt hat man Halt gemacht? Hat mich jemand von Frankreich nach Italien begleitet? Wer genau?

In Telegrammen mexikanischer Zeitungen finde ich keine Daten des Treffens in Meran. Vielleicht hat Wyschinski sie mitgeteilt? Aber seien Sie diesmal vorsichtig: Erinnern Sie ihn sich an drei Unglücksdaten: 1) die imaginäre Reise Leo Sedows nach Kopenhagen;

[2)] mein imaginäres Treffen mit Wladimir Romm in Paris;

[3)] der imaginäre Flug Pjatakows nach Oslo.

★ ★ ★

Der besagte Bessonow behauptet, er habe mich 1934 in Paris gesehen.

Ich erkläre:

Die Person mit dem Namen Bessonow besuchte mich nie in Frankreich und konnte daher von mir keine „Anweisungen" erhalten, einschließlich einer sinnlosen und widerlichen Anweisung über den Mord an Maxim Gorki, einem alten kranken Schriftsteller.

Ich fordere Staatsanwalt Wyschinski auf, die genauen Umstände zu ermitteln:

1) An welchem Datum war meine angebliche Verabredung mit dem mir unbekannten Bessonow? Wo genau? Unter welchen Umständen? 2) Wie sah ich aus? Wie gekleidet? War er allein oder wurde er von anderen begleitet? 3) Wie hat Bessonow Zugang zu mir bekommen? Durch wen?

Wenn meine Fragen nicht vollständig sind, liegt das an der Unvollständigkeit der telegraphischen Nachrichten in Mexiko. Ich behalte mir das Recht vor, diese Fragen zu präzisieren und zu ergänzen. Ich gebe zu, dass diesmal die GPU, gelehrt durch bittere Erfahrung, sich auf den Prozess besser vorbereitet hat, d. h. mit einigen „Dokumenten" ausgestattet war und nicht ein nicht existierendes Hotel „Bristol" nannte. Aber ich halte es für angebracht, Herrn Wyschinski und seinen Souffleur daran zu erinnern, dass ich jetzt nicht in Norwegen bin, sondern in Mexiko, also in einem Land, in dem das Asylrecht nicht als Gefängnis verstanden wird, sondern als etwas, was dem politischen Exilierten alle legalen Rechte und vor allem das Recht auf Selbstverteidigung gegen falsche Anschuldigungen verleiht. Die Wahrheit wird bis zum Ende enthüllt werden.

3. März 1938, um 8 Uhr morgens

1Muss wohl „Krestinski“ heißen [der Übersetzer]

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