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Leo Trotzki 19380800 Die wichtigsten Schlussfolgerungen

Leo Trotzki: Die wichtigsten Schlussfolgerungen

[eigene Übersetzung nach dem russischen Text, verglichen mit den englischen und französischen Übersetzungen, dort unter dem Titel „[Der] Faschismus und [die] koloniale Welt“]

1. Der Faschismus ist die brutalste und ekelhafteste Form des Imperialismus. Aber das bedeutet keineswegs, dass die werktätigen Klassen1 und die unterdrückten Völker sich mit dem Imperialismus versöhnen müssen, wenn er sich eine demokratische Maske aufsetzt. Die lateinamerikanischen Völker wollen nicht unter das Kommando des japanischen, italienischen oder deutschen Imperialismus fallen. Aber das bedeutet nicht, dass Mexiko die Kontrolle des britischen oder nordamerikanischen Imperialismus über seinen natürlichen Reichtum oder seine nationale Politik tolerieren kann. Die werktätigen Klassen und die rückständigen Völker wollen weder von einem faschistischen noch von einem „demokratischen" Henker erwürgt werden.

2. Japan versucht, China in eine Kolonie zu verwandeln. Italien und Deutschland strecken die Hände nach den französischen und britischen Kolonien aus. In diesem Sinne sind sie „Aggressoren"2. Aber das bedeutet keineswegs, dass die werktätigen Klassen und die unterdrückten Völker aufgerufen sind, die kolonialen Besitztümer Frankreichs, Großbritanniens, der Niederlande, Belgiens usw. zu verteidigen. Die Aufgabe echter Revolutionäre besteht darin, die kolonialen Sklavenregime zu beseitigen. Unsere Losung: das Recht aller Nationen auf Selbstbestimmung – nicht in Worten, sondern in Taten, vollständige und wirkliche Befreiung aller Kolonien!

3. Die Zukunft der Menschheit ist untrennbar mit dem Schicksal von Indien, China, Indochina, Lateinamerika und Afrika verbunden. Aktive Sympathie, Freundschaft und Unterstützung echter Revolutionäre, Sozialisten und ehrlicher Demokraten stehen ganz auf der Seite dieser Völker, die die Mehrheit der Menschheit ausmachen, und nicht auf der Seite ihrer Unterdrücker, unter welchen politischen Masken auch immer sie auftreten. Wer das Kolonialregime unter dem Vorwand der Verteidigung seiner eigenen „Demokratie" aktiv oder auch nur passiv unterstützt, ist der schlimmste Feind der werktätigen Klassen und der unterdrückten Völker. Mit ihm haben wir keinen gemeinsamen Weg!

4. Wir stehen voll und ganz hinter dem spanischen Volk in seinem Kampf gegen den Faschismus. Aber die elementare Voraussetzung für den Sieg der spanischen Revolution ist die Vertreibung der GPU aus dem republikanischen Spanien und die ungehinderte Entwicklung der revolutionären Initiative der spanischen Arbeiter und Bauern. Nur so können die Massen des spanischen Volkes wieder gegen die inneren und äußeren Faschisten mobilisiert werden; nur so wird unter Francos Füßen der soziale und militärische Boden weggezogen.

5. Für die rückständigen Länder ist der Weg des Widerstandes gegen den Faschismus in erster Linie der Weg des revolutionären Kampfes für nationale Unabhängigkeit und für radikale Umgestaltung der Agrarbeziehungen. Ohne Agrarrevolution gibt es weder nationale Unabhängigkeit noch Rettung vor dem Faschismus. Wer die Enteignung von Grundbesitz und Naturreichtum im Interesse der Bauern und des ganzen Volkes hintertreibt, fördert den Faschismus. Allgemeine Sätze über Freundschaft und Demokratie genügen nicht. Wir müssen eine klare Position beziehen: mit den Magnaten des Kapitals und ihrer Schein„demokratie“ – oder mit der echten Demokratie der Arbeiter, Bauern und unterdrückten Völker.

6. Der mexikanische Sozialist oder Demokrat, der fähig ist, an den „Pazifismus" des Blocks der stalinistischen Bürokratie und der imperialistischen Demokratie zu glauben, zeichnet sich bestenfalls durch politische Blindheit aus. Herren von der Art Lombardo Toledanos, die die Arbeiterklasse Mexikos dem Block der GPU und der imperialistischen Pazifisten unterwerfen wollen, sind direkte Verräter nicht nur im Verhältnis zu den Klasseninteressen des mexikanischen Proletariats, sondern auch im Verhältnis zu den nationalen Interessen des mexikanischen Volkes.

Wenn Mexiko sich auf den Weg der Politik Lombardo Toledanos mitziehen lässt, d.h. sich freiwillig in Wechselgeld zwischen dem Kreml und dem Weißen Haus verwandelt, bedeutet dies nicht nur den Tod der mexikanischen Demokratie, sondern auch der nationalen Unabhängigkeit des Landes.

7. Das mexikanische Volk kann und will die Übertragung spanischer Methoden auf seinen Boden nicht zulassen, nicht nur die Methoden Francos, sondern auch die Methoden Stalins. Hand in Hand mit Hunderten von Millionen Unterdrückten der farbigen Rassen3, Hand in Hand mit Hunderten von Millionen Werktätigen in den imperialistischen Ländern werden die Arbeiter und Bauern Mexikos für Frieden, Freiheit, Unabhängigkeit und Wohlstand ihres Landes sowie für das Glück der gesamten Menschheit kämpfen.

L. D. Trotzki

August 1938

1In der französischen Übersetzung: „Arbeiterklasse“

2 In der englischen Übersetzung: „,die Aggressoren'", in der französischen Übersetzung: „die ,Aggressoren*" nach dem russischen Text ist das auch möglich.

3In der englischen und französischen Übersetzung „unterdrückten, nicht-weißen Rassen“. „рас“ ist aber Genitiv Plural!

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