Leo Trotzki: Der Aufmerksamkeit denkender Menschen [eigene Übersetzung nach dem russischen Text, verglichen mit den englischen und französischen Übersetzungen] Vor drei Tagen warnte ich die öffentliche Meinung der Vereinigten Staaten durch die Telegraphenagentur mit den folgenden Worten: „Im neuen Prozess kann man einige Verbesserungen im Vergleich zu den vorherigen erwarten. Die Monotonie der Reue der Angeklagten in den ersten beiden Prozessen wirkte selbst auf die patentierten ,Freunde der UdSSR' deprimierend. Vielleicht werden wir also diesmal auch jene Angeklagten sehen, die gemäß ihrer Rolle ihre Schuld leugnen und sich dann im Kreuzverhör geschlagen geben. Man kann jedoch im Voraus voraussagen, dass keiner der Angeklagten den Staatsanwalt Wyschinski in Verlegenheit bringen wird.” Bei der ersten Gerichtsverhandlung wies der Angeklagte Krestinski die Aussage, die er bei der Voruntersuchung gemacht hatte, kategorisch zurück und verneinte seine Schuld. Er schien so aufgeregt, dass er Beruhigungspillen nahm. Ich sagte in dieser Hinsicht in der mexikanischen Presse: Wir müssen „mit den Prognosen vorsichtig sein. … Was wird Krestinski morgen sagen, wenn er in der Nacht gewarnt wurde, dass seine Frau und seine Tochter die ersten Opfer seiner Kühnheit sein könnten?" Die neuesten Telegramme besagen, dass sich Krestinski bei der nächsten Sitzung beeilte, seine „Schuld" zuzugeben. Gestern habe ich vorläufig die Möglichkeit eingeräumt, dass die Empörung Krestinskis echt sei. Bis zum Beweis des Gegenteil hielt ich mich nicht für berechtigt, von dem unglücklichen GPU-Häftling zu behaupten, er habe auf Befehl Komödie gespielt. Heute kann daran kein Zweifel mehr bestehen. Krestinski ist einer jener Angeklagten, von denen ich etwa drei Tage vor der Verhandlung geschrieben habe: „gemäß ihrer Rolle [werden sie] ihre Schuld leugnen und sich dann im Kreuzverhör geschlagen geben. Man kann jedoch im Voraus voraussagen, dass keiner der Angeklagten den Staatsanwalt Wyschinski in Verlegenheit bringen wird.“ Lassen Sie mich hinzufügen, dass die Beruhigungspillen von der GPU im Voraus bereitgestellt wurden. Der Staatsanwalt behauptet, ich habe geheime Beziehungen zu den verschiedenen Hauptquartieren der imperialistischen Länder. Niemand wird jedoch sagen, dass ich mit Wyschinski selbst in geheimen Beziehungen stehe. Woher kenne ich seine Geheimnisse? Obwohl die denkenden Menschen die Antwort selbst finden werden, werde ich es erklären: Die Mechanik der Moskauer Fälschung ist so grob, die schöpferische Phantasie von Stalins, Wyschinski und Jeschow ist so dürftig, dass man mit der schwächsten Anstrengung des Denkens fast immer vorhersehen kann, auf welche Fälschung sie morgen zurückgreifen wollen. 3. März 1938, 3 Uhr Nachmittags. |
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