Leo Trotzki: Das Problem der neuen Internationalen [Eigene Übersetzung nach dem russischen Text, verglichen mit der englischen und französischen Übersetzung] Der Bankrott der Zweiten und Dritten Internationale als Organisationen des internationalen Proletariats ist für echte Marxisten unbestritten. Aus einem Instrument der Befreiung der Werktätigen und Ausgebeuteten wurde die ex-kommunistische Internationale im Gefolge der Sozialdemokratie zum Werkzeug des „demokratischen" Imperialismus. Das Problem der neuen Internationalen ist nun das wichtigste Problem der internationalen proletarischen Avantgarde. Wir drucken in der jetzigen Nummer von „Clave" mehrere Dokumente, im Zusammenhang mit der jüngsten Weltkonferenz der Vierten Internationale oder bezogen auf die Tätigkeiten ihrer einzelnen Sektionen. Wir hoffen, dass diese Dokumente zu einem lebhaften Meinungsaustausch unter mexikanischen Marxisten, aber auch allgemein unter Marxisten der spanischen Sprache führen werden. Die neue Internationale kann nicht mit Hilfe von Enzykliken geschaffen werden. Jeder Schritt nach vorn sollte das Ergebnis wissenschaftlicher Forschung, freier Kritik und kollektiver Denkarbeit sein. In Nr. 1 von „Clave" veröffentlichten wir einen Thesenentwurf über die Entwicklung Lateinamerikas. Dieser Entwurf stammte vom Genossen Diego Rivera (was irrtümlich nicht angemerkt wurde)1. Er stellte auch einen in dieser Ausgabe abgedruckten Thesenentwurf zur Frage der amerikanischen Indianer zusammen.2 Die Redaktion schließt sich grundsätzlich diesen These an und lädt ihre Leser und Freunde nachdrücklich dazu ein, mit Sorgfalt eine Diskussion über beide Entwürfe zu beginnen. „Clave" erscheint nicht zur Zerstreuung3 und leichten Lektüre. Der Marxismus ist eine wissenschaftliche Doktrin. Um sie zu meistern, braucht man eine ernsthafte und beharrliche Denkarbeit. Wir empfehlen fortgeschrittenen Arbeitern, die Artikel unserer Zeitschrift im Kreis4 zu lesen, und weniger vorbereitete Kreise sollten Kursleiter5 einladen. Die Lektüre jedes Artikels sollte von einem Meinungsaustausch begleitet werden. Diese oder andere Schlussfolgerungen, Kritiken, Fragen, Vorschläge sollten der Redaktion schriftlich oder mündlich mitgeteilt werden. Wir versprechen im Voraus, dass die Redaktion jede kritische Stimme mit größter Aufmerksamkeit behandelt. Clave 11. Oktober 1938 1 In der englischen Übersetzung: „(ein Faktum, das nicht erwähnt wurde)“, in der französischen Übersetzung: „was nicht erwähnt wurde“ 2 In der englischen Übersetzung: „Der Entwurf zu mexikanischen Problemen stammt auch von ihm.“ In der französischen Übersetzung: „dasselbe gilt für den Entwurf zu mexikanischen Fragen.“ 3 In der englischen Übersetzung: „Unterhaltung“ 4 In der englischen Übersetzung: „in ihren Sitzungen“ 5 In der englischen Übersetzung: „Lehrer“, in der französischen Übersetzung: „Verantwortliche“ |
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