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Leo Trotzki 19381108 Brief an Mark Zborowski und Lilia Estrin

Leo Trotzki: Brief an Mark Zborowski und Lilia Estrin1

8. November 1938

[eigene Übersetzung nach dem russischen Text in Архив Л. Д. Троцкого. Том 9, verglichen mit der französischen Übersetzung]

Werte Freunde!

Ich erhielt die Biographie Stalins, geschrieben von einem „Tataren Imam". Ich denke, dass dieser Tatar Besedowski ist (vielleicht im Bunde mit Krivitsky oder Barmin2). Vielen Dank für das Buch. Ich habe heute die Ausschnitte und den Brief Nr. 33 A3 erhalten.

Was den Prozess gegen General Millers Frau {tatsächlich General Skoblins Frau] anbelangt, so können und sollten unsere Freunde natürlich weder direkt noch indirekt an dieser Sache teilnehmen. Bestimmte Personen können natürlich offiziell als Zeugen vorgeladen werden. In diesem Fall erlauben, soweit ich weiß, die Gesetze nicht, dass man die Aussage verweigert. Aber das Schema der Aussage muss im Voraus genau ausgearbeitet werden. Es ist notwendig, zuallererst zu erklären, dass wir die internen Vereinbarungen zwischen den Weißen und der GPU nicht kennen, dass aus dem Milieu der Weißen Mörderagenten rekrutiert werden, und wo die Provokation endet, wo die „weiße Opposition“ beginnt, ist für uns unmöglich zu beurteilen. Was die konkrete Aussage aus Anlass der Morde an unseren Leuten betrifft, so sollten wir uns meiner Meinung nach generell weigern, diese Fragen zu beantworten, wobei wir darauf hinweisen, dass die Untersuchung dieser Fälle noch nicht abgeschlossen ist und dass unsere Informationen in diesem Sinne ein Geheimnis der gerichtlichen Untersuchung sind. Ich denke, dass eine solche Handlungsweise durchaus möglich ist, denn sie stimmt mit den Fakten und den Gesetzen überein4. Es ist natürlich notwendig, die Frage gut mit Anwälten zu erörtern. Was die Vorbereitungshandlungen für das Gericht betrifft, so muss man sich kategorisch weigern, Vereinbarungen mit den Weißen zu treffen, und dies nach Möglichkeit in schriftlicher Form tun. Das ist meine feste Überzeugung.

5Ich drücke Ihnen fest die Hand

[L. D. Trotzki]

1 In der französischen Übersetzung wird nur Lilia Estrin als Empfängerin genannt

2 Im russischen Text „Bardin“, ein Schreibfehler?

3 In der französischen Übersetzung: „den Brief Nr. 33 A und die ihn begleitenden Dokumente“

4 In der französischen Übersetzung: „widerspricht weder den Fakten noch den Gesetzen“

5 In der französischen Übersetzung fehlt der Schluss

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