Leo Trotzki: Brief an Lilia Estrin [Eigene Übersetzung nach dem russischen Text in Архив Л. Д. Троцкого. Том 9, verglichen mit der französischen Übersetzung, dort unter dem Titel „Échange rapide“, schneller Austausch] Gutes neues Jahr! Werte Freunde! Ich habe mich mit großem Bedauern überzeugt, dass ich Schumjazkis Büchlein „Turuchanka (Skizzen aus dem Leben der Verbannten in der Turuchansker Region von 1908-1916)" nicht habe. Das Büchlein muss 1925 oder 1924 erschienen sein. Ich habe nur einen Auszug aus einer Rezension zu diesem Büchlein, aber keine Auszüge aus dem Büchlein selbst, indes ist es jedoch nach allem Anschein von großem Interesse. Können Sie es in New York1 oder Paris finden? Ich wäre Ihnen sehr dankbar, die Sache ist sehr eilig. Ich schicke Ihnen auch Artikel, die nicht für das Bjulleten geschrieben wurden (nur für alle Fälle). Ein Artikel über Frankreich kann als Leitartikel dienen (als Übersetzung aus Lutte Ouvrière, vielleicht, zur Vorsicht). Ich las Aleksandrowas Brief in einem mensch. Journal. Was gedenkt sie, weiter zu tun? Kann sie sich nicht aufraffen, ihre richtigen Gedanken zu Ende zu denken? (Ihre Literaturartikel stechen durch die Frische des Tons zwischen dem Totengeheul von Dan, Abramowitsch und Co hervor). Hast du Zugang zu Aleksandrowa? Ich habe noch keine Vereinbarung mit Grasset über den Stalin getroffen. Wenn ich abschließe, möchte ich das Recht der Druckfreigabe2 Paulsen und Denise Naville (zusammen) geben. Ich wäre sehr froh, wenn sie einverstanden wären. Dann gäbe es eine Kontrolle über den Übersetzer. Ich glaube nicht, dass ein totalitäres Regime in Frankreich so schnell eintritt, wie Sie fürchten. Aber Vorsicht ist besser als Nachsicht3 … Alle von Ihnen geschickten Bücher habe ich erhalten. Ich schickte N-ski (glaube ich) 4 Bücher; ich hoffe, er hat sie erhalten. Alles, was von ihm erhalten wurde, wird unversehrt zurückgegeben. Ich kann vielleicht einer wissenschaftlichen Institution in den Vereinigten Staaten einen europäischen Agenten für das Sammeln von Material über die russische Revolution anbieten. Die Arbeit wäre, natürlich, bezahlt. Wäre N-ski einverstanden, anzunehmen? Die Arbeit kann interessant und bedeutsam sein. Aber das ist noch nicht endgültig. Aber man braucht ein grundsätzliches Einverständnis. [L. T. Trotsky] 2 In der französischen Übersetzung ist hier eine Lücke, im russischen Original das französische bon a tirer in kyrillischer Schrift (бон-а-тире) 3 In der französischen Übersetzung: „Vorsicht ist die Mutter der Sicherheit“ |
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