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Leo Trotzki 19381202 Brief an Lilia Estrin

Leo Trotzki: Brief an Lilia Estrin

(2. Dezember 1938)

[eigene Übersetzung nach der französischen Übersetzung, dort unter dem Titel „Une Affaire sérieuse“, Eine ernsthafte Angelegenheit]

Werte Freunde,

Ich habe die Unterlagen auf russisch und deutsch erhalten, die Sie mir in Bezug auf die wichtige Angelegenheit, die Sie kennen, geschickt haben. Es ist schwierig, selbst auf der Grundlage Ihrer Unterlagen, sich irgendeine konkrete Vorstellung zu bilden. Auf jeden Fall lassen sich daraus zwei Schlussfolgerungen ziehen, und zwar mehr oder weniger klar. Erstens sollte sich Genosse E meiner Meinung nach sofort an Sn und VS wenden und von ihnen fordern, ihre Anschuldigungen vor einer kompetenten Kommission zu erheben. Genosse E muss diesen Schritt in Übereinstimmung mit dem IS machen. Je früher er das tut, je fester und entschlossener er sein wird, desto besser. Ich habe kein Problem damit, dass Sneev sich um die andere Angelegenheit kümmert. Die Person, die von der Untersuchung betroffen ist, ist nicht Mitglied unserer Organisation und deshalb haben wir keinen Grund, diese ganze Angelegenheit in unseren Händen zu halten. Natürlich müssen wir die Untersuchungskommission vorbehaltlos unterstützen, sofern ihre Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit gegeben ist. Aber all die „Anschuldigungen" dieser Herren gegen E aufzuklären, ist politisch viel wichtiger. Wir müssen hier Initiative zeigen, mit größter Energie handeln, um die Ankläger so schnell wie möglich zur Entscheidung zwingen.

P.S. Anbei eine Notiz über VS für die nächste Ausgabe des Biulleten. Ich wollte das schon lange mal machen.

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