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Leo Trotzki 19380415 Brief an Kenneth Johnstone

Leo Trotzki: Brief an Kenneth Johnstone

(15. April 1938)

[eigene Übersetzung nach der französischen Übersetzung in Léon Trotsky, Œuvres 17, mars 1938 a juin 1938. Institut Léon Trotsky, Paris 1984, S. 156 f., unter dem Titel „James P. Cannon, révolutionnaire prolétarien“, James P. Cannon, proletarischer Revolutionär]

Lieber Genosse Alexander,

Ich sende Ihnen Kopien meiner Briefe an Genosse Maitland und Genosse Sumner für Ihre Gruppe. Mein Brief an Sie ist rein persönlich. Genosse Cannon und vielleicht Genosse Shachtman werden nächste Woche über London nach Europa aufbrechen, wo sie etwa eine Woche bleiben werden, um sich im Interesse des gegenseitigen Verständigung an unsere britischen Gruppen zu wenden.

Ich lege diesem Besuch die größte Bedeutung bei, aber das setzt den guten Willen aller britischen Genossen voraus. Ich erinnere mich an eine sehr negative Bemerkung, die Sie mir in Ihrem letzten Brief über Cannon gemacht haben. Erst machte sie mir Sorgen, aber ich war zu beschäftigt, um eine Korrespondenz zu beginnen. Jetzt ist es an der Zeit, diesen Punkt zu klären. Sie haben so ziemlich geschrieben, dass „Groves schlimmer als Cannon ist".

Diese Bemerkung charakterisiert Cannon überhaupt nicht, aber ich fürchte, dass sie ihren Autor ein wenig charakterisiert. Groves ist, nach allen Berichten (es ist möglich, dass sie nicht genau sind), ein Karrierist, der unsere Bewegung mit dem Ziel verriet, eine persönliche Rolle auf der Grundlage von völlig anderen Prinzipien zu spielen. Cannon ist der authentischste proletarische Revolutionär unserer Bewegung. Seine Qualität besteht darin, dass er alle Fragen unter dem Blickwinkels ihres Einflusses oder ihrer Bedeutung für die Schulung und Vereinigung der revolutionären Arbeiter beantwortet. Und gerade diese Art, an Fragen heranzugehen, schockiert und erstaunt die Intellektuellen und die kleinbürgerlichen Dilettanten. Bei jeder größeren Kontroverse hatte Cannon Recht. Ich werde Sie nicht unter die „intellektuellen Dilettanten" einordnen, aber ich glaube, Ihr Urteil über Cannon basiert auf Erinnerungen an Ihre ersten Schritte in der Bewegung. Ich hoffe, dass Ihr Treffen mit Cannon jetzt der Beginn eines neuen Kapitels in Ihrer Beziehung sein wird.

Ich wäre sehr dankbar, wenn Sie mir frische Informationen über die Bewegung und insbesondere über die Gespräche mit Cannon und Shachtman liefern könnten.

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