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Leo Trotzki 19380525 Brief an James P. Cannon

Leo Trotzki: Brief an James P. Cannon

25. Mai 1938

[eigene Übersetzung nach dem englischen Text in Writings of Leon Trotsky 1937-1938, New York ²1976, S. 343-345, dort unter dem Titel „No Obstacle to Common Vote”, Kein Hindernis für gemeinsame Abstimmung, verglichen mit der französischen Übersetzung]

Lieber Genosse Cannon:

Ich bin sehr froh zu erfahren, dass Sie nach Europa gehen. Sie haben den anderen Delegierten oder die Delegierten nicht genannt. Ich hoffe, dass Shachtman auch gehen wird, weil seine Arbeit nicht nur während, sondern nach der Konferenz von größtem Wert sein wird. Lassen Sie mich noch einmal auf die französische Sektion aufmerksam machen. Die neue Spaltung in der Sozialistischen Partei zeigt den enormen Druck der Arbeiter. Aber unsere Sektion ist unfähig, neue frische Elemente anzuziehen. Einige führende Genossen scheinen müde zu sein: keine systematische Arbeit, keine Organisation, nicht einmal die Fähigkeit, Geld dort zu sammeln, wo es möglich ist. Das Management der Quatrième Internationale ist miserabel, das Management von Lutte ouvrière nicht viel besser. Die Lage in Großbritannien in Holland ist nichts im Vergleich mit der Lage in Frankreich.

Ich sehe noch nicht das Gewicht und die Bedeutung der Unterschiede in Ihrem Nationalkomitee betreffend den Programmentwurf und die Frage der Labor Party. Beide Dinge enthalten zur Zeit einige hypothetische Elemente. Wir treten in eine neue Phase mit einem neuen Plan ein, der zunächst den Wert einer Arbeitshypothese hat. Die allgemeine Linie dieser Hypothese ist uns allen gemeinsam, aber verschiedene Teile können und werden sicherlich im Feuer der Erfahrung modifiziert werden. Deshalb kann ich nicht so recht verstehen, was das Hemmnis oder das Hindernis für eine gemeinsame Abstimmung sein kann, um die allgemeine Linie des Programmentwurfs gegen die Zentristen auf der einen und die Ultralinken auf der anderen Seite durchzusetzen. Das ist aus der Sicht der internationalen Konferenz die Hauptaufgabe.

Die Labor-Party-Frage ist jetzt ein spezifisches amerikanisches Problem. Vereecken und seine Weggefährten werden versuchen, die „Wende" als einen vorgefassten Plan zu interpretieren, die Socialist Workers Party in die kommende Labor Party aufzulösen, die Unabhängigkeit der Partei aufzugeben und so weiter. Aber niemand in unserer amerikanischen Sektion, hoffe ich, hat eine solche Idee. Deshalb kann die amerikanische Delegation trotz einiger Nuancen – die eher einen vorläufigen oder vorbeugenden Charakter haben, nicht mehr – vor der internationalen Konferenz absolut solide sein, selbst in dieser spezifischen amerikanischen Frage.

Was den Programmentwurf an sich betrifft, so werden die Gewerkschaften, der Krieg, das Sektierertum und die Verteidigung der UdSSR am strittigsten sein. Bei all diesen Fragen ist die amerikanische Sektion so gut wie einmütig. Was kann Sie in diesem Fall daran hindern, eine einmütige Aussage zu machen, die – ohne auf die spezifischen oder sekundären Angelegenheiten einzugehen – die allgemeine Linie bestätigt, die gegen die Zentristen und Ultralinken gerichtet ist?

Es ist sehr gut, dass drei junge Genossen nach Europa gehen. Sie werden bei der Vorbereitung beider Konferenzen sehr nützlich sein. Es ist nur notwendig, sofort einen Plan für ihre Reiseroute auszuarbeiten, damit jeder von ihnen in vollem Umfang genutzt werden kann.

Meine besten Grüße und Wünsche, Hansen [Trotzki]

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