Leo Trotzki: Brief an Jack Weber (28. August 1938) [Eigene Übersetzung nach der französischen Übersetzung, dort unter dem Titel „Rééducation et mobilisation“, Umerziehung und Mobilisierung] Werter Genosse Weber, Ich habe Ihren ausgezeichneten Artikel zum Thema „Arbeiter- und Bauernregierung" gelesen. Was mich betrifft, so kann ich jedes seiner Worte unterschreiben. Ich glaube, dass in der Partei im Zusammenhang mit den Ergebnissen der internationalen Konferenz eine ernsthafte und freundliche Diskussion unvermeidlich ist. Mindestens drei Fragen tauchen bereits als Themen für die neue Diskussion auf: 1) Die Labor Party, 2) Sowjet-Russland gegen Bürokratie, 3) Arbeiter- und Bauernregierung in den Vereinigten Staaten. Alle diese Fragen sind von großer Bedeutung, aber keines ist dringend. Aus diesem Grund kann das Nationalkomitee der Partei und insbesondere den Jugendlichen die nötige Zeit geben, um den realen Inhalt der neuen Divergenzen in sich aufzunehmen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass, sobald wir die Kluft zwischen der objektiven Situation und unserem Programm überwunden haben, die Kluft zwischen unserem Programm und unseren Aktionsmethoden sehr deutlich werden wird. Unsere Organisation, insbesondere die materiellen Grundlagen unserer Publikationen, entspricht eher der einer friedlichen sozialdemokratischen Organisation in einer ruhigen parlamentarischen Ära als der einer revolutionären Partei im Kontext einer tiefen sozialen Krise. Diese Bemerkung betrifft nicht nur die amerikanische Partei, sondern alle unsere Sektionen auf der anderen Seite des Wassers. Eine Neuorientierung, nicht nur politisch, sondern auch psychologisch, eine gewisse Umerziehung und allgemeine Mobilisierung sind angesichts der vor uns liegenden enormen Aufgaben erforderlich. |
Leo Trotzki > 1938 >