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Leo Trotzki 19310126 Monatte – Advokat der Sozialpatrioten

Leo Trotzki: Monatte – Advokat der Sozialpatrioten

[eigene Übersetzung nach dem russischen Text im Bulletin der Opposition, Nr. 19, März 1931, verglichen mit der englischen und französischen Übersetzung]

In dem der Verbrüderung Monattes mit den Reformisten und Sozialpatrioten gewidmeten Artikel verwiesen wir darauf, dass Monatte vor den Arbeiter den größten Verrat der Sozialpatrioten verdeckt und ihnen damit hilft, neuen Verrat vorzubereiten. Was antwortet Monatte darauf? Trotzki – sagt er – vereinigte sich mit Cachin, der zur Zeit des Krieges eine schändliche Rolle spielte1. Aus Bescheidenheit erwähnt Monatte nicht, dass er zeitweilig in die Kommunistische Partei eintrat und selbst Seite an Seite mit Cachin arbeitete. Aber die Sache geht überhaupt nicht darum. Seine „Verbrüderung“ mit Dumoulin, Zyromsky und anderen stellt er auf eine Stufe mit dem Faktum, dass die Komintern Cachin und andere ehemalige2 Sozialpatrioten in ihre Reihen aufnahm. So kann nur ein Mensch argumentieren, der in eine hoffnungslose Lage geraten und gezwungen ist, zu den Kniffen eines nicht wählerischen Advokaten zu greifen.

Nicht wir trafen bei Cachin ein, sondern Cachin kam zu uns. Um die Möglichkeit zu bekommen, der Komintern beizutreten, musste er nicht nur offen seine Vergangenheit und die Vergangenheit der französischen sozialistischen Partei, besonders zur Zeit des Krieges, verurteilen, sondern auch organisatorisch mit Reformisten und Sozialpatrioten brechen. Er musste die von uns ausgearbeiteten 21 Bedingungen unterschreiben. Möge Monatte dieses Dokument erneut lesen: jeder der 21 Paragraphen stellt ein bis zur Weißglut erhitztes Eisen dar, das auf die Geschwüre3 des Reformismus und Patriotismus angewendet wird. Vollkommen unabhängig von der persönlichen Beschaffenheit und Eigenschaft Cachins – wir entscheiden nicht aus einer persönlichen, sondern politischen Sichtweise4 – bedeutete der Übergang ehemaliger Sozialpatrioten auf die Seiten der Oktoberrevolution und des Bolschewismus einen ernsthaften5 Schlag für die Sozialpatrioten. Wir machten uns dabei von Anfang an keine Illusionen. Wir sagten: jeder dieser „Rekruten“ werde weiter im Kampf, vor den Augen der fortgeschrittenen Arbeiter überprüft werden. Revolutionäre Auswahl und kommunistische Umerziehung werden in Frankreich eine richtige proletarische Partei gründen. Trotz aller Fehler und Verbrechen der Epigonen und unabhängig von den persönlichen Eigenschaften des einen oder anderen Cachins war unsere Berechnung unbedingt richtig. Sie behält ihre Kräfte auch heute.

Wie aber verhält sich die Sache mit Monatte? Er brach mit dem Kommunismus. Er schwor den Ideen der revolutionären Partei des Proletariats, d.h. der proletarischen Revolution ab. Danach ging er ins Lager der Dumoulin, Zyromsky usw. über, welche auch nicht daran denken, mit der Sozialdemokratie und dem Nationalsyndikalismus zu brechen. Sie bleiben die „linke“ Flanke des feindlichen Lagers, beschützen den bürgerlichen Staat und das bürgerliche Eigentum. Indem er mit dem Kommunismus brach, vereinigte er sich mit dieser „linken“ Flanke der feindlichen Klasse6.

So verhält sich die Sache. Wehe dem „Revolutionär“, welcher gezwungen ist, seine eigene Lage mit Hilfe von Advokatenkniffen zu maskieren!

1In der französischen Übersetzung: „Zeitschrift füllte“

2Fehlt in der französischen Übersetzung

3In der englischen und französischen Übersetzung: „Wunden“

4In der englischen Übersetzung: „wir sprechen nicht von der Person, sondern vom Politiker“

5In der englischen und französischen Übersetzung: „schwersten“

6In der englischen Übersetzung: „des Klassenfeindes“

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