Leo Trotzki: Brief an K. Michalec [eigene Übersetzung nach dem russischen Text] 15. März 1930 Werter Genosse Michalec! Morgen schicke ich den Ministern mein Gesuch mit Beilage der erforderlichen Dokumente. Nach Ihrem Brief zu urteilen, schätzen Sie die Lage viel zurückhaltender ein als Neurath. Ich glaube, dass Sie Recht haben und dass eine viel größere Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie sich weigern werden. Neurath benachrichtigte ich bereits über meine Absicht, in den nächsten zwei-drei Tagen ein offizielles Gesuch zu stellen. Nun zu den Parteifragen. Mich überrascht sehr, dass Sie die Differenz bei den Sichtweisen auf die Frage der neuen Partei reduzieren, d.h. dass sie mir den Kurs auf eine zweite Partei zuschreiben. Aber wir spalteten uns doch ausgerechnet in dieser Frage in Russland mit der Gruppe der DZ und in Deutschland mit Urbahns. Sogar auch in Amerika ist nicht von einer zweiten Partei die Rede. Praktisch stellt sich diese Frage allgemein nicht. Wir stellen eine Fraktion dar. Aber gerade deshalb müssen wir unter prinzipiellem Blickwinkel doppelt streng zu uns sein. im Übrigen ist alles Erforderliche in dieser Hinsicht gesagt in meinem Brief an den Leninbund in Nr. 9 des „Bulletin". Erhielten Sie diese Nummer? Ich schicke Sie Ihnen für alle Fälle. Mir scheint, dass es dennoch angemessen wäre, wenn Sie einen Versuch machen, sich mit Vertretern der Prager linken Opposition zu besprechen, z.B. mit Genossen Swon [?]. Er wäre zweifellos froh, sich mit Ihnen zu besprechen. Ich teile Ihnen seine Adresse mit. |
Leo Trotzki > 1930 >