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Leo Trotzki 19300309 Brief an Alexander Müller

Leo Trotzki: Brief an Alexander Müller

[eigene Übersetzung nach dem russischen Text]

9. März 1930

An Genossen Alexander Müller.

Werte Genossen!

Ich erhielt vom Genosse Grylewicz den von der Vereinigungskommission gebilligten Text der Deklaration. Ich halte die Deklaration für durchaus ihrer Bestimmung entsprechend.

Es wäre aus meinem Blickwinkel vollkommen unzulässig, die organisatorische Verschmelzung auch nur für einen zusätzlichen Tag hinauszuschieben. Was für ein Motiv könnte es dafür geben? Das einzig Motiv kann darin bestehen, dass die eine oder andere der sich vereinigenden Gruppen bis zur Vereinigung so viele Unterschriften wie möglich sammeln wollte, um auf der Konferenz einen „Vorteil" zu bekommen. Aber ein solches Motiv wäre beim Fehlen prinzipieller Differenzen vollkommen unernsthaft.

Ein Hinauszögern der Vereinigung beinhaltet von selbst große Gefahren, weil es zu einer Wiedergeburt des Fraktionskampfes führen kann.

Die linke Opposition wird sich als ein Ganzes fühlen nach der Herausgabe der Zeitung. Deshalb ist es erforderlich, so schnell wie möglich mit ihrer Herausgabe zu beginnen. Aber das ist nur im Namen der vereinigten Organisation möglich. Deshalb denke ich, dass das Hinauszögern der Vereinigung auch nur für einen zusätzliche Tag vollkommen unzulässig ist.

Die Diskussion der Gewerkschaftsfrage wäre wohl besser nicht in der für breite Kreise bestimmten Zeitung zu führen, sondern in einem nur für die Mitglieder der Organisation bestimmten hektographierten Bulletin. Mir scheint, dass das in jeder Beziehung vorteilhafter wäre.

Ich drücke die Hände und wünsche Erfolg, aber in der Hauptsache — die schnellste und volle Vereinigung.

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