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Leo Trotzki 19290707 Radek und die Opposition

Leo Trotzki: Radek und die Opposition

[eigene Übersetzung nach dem russischen Text, verglichen mit der englischen Übersetzung]

P. S. - Aus dem in der Prawda veröffentlichten Brief Radeks ist es klar, dass er viel weiter gegangen oder deutlich tiefer abgerutscht1 ist, als ich annahm. Jetzt jammert er kläglich in dem Sinne, dass ihn seine unwiderstehliche Neigung zum Stalinschen Zentrismus daran hindere, unter dem gleichen Dach wie die Bolschewiki-Leninisten zu leben. Buchstäblich kann Radek nicht ein Jahr leben, ohne dass sein ultra-linker Fehler durch einen symmetrischen rechten Fehler ergänzt wird. Im Verlaufe des Jahres 1927 führte er gegen mich innerhalb der Opposition einen beharrlichen Kampf in der Frage unserer Haltung gegenüber der Ultralinken (Sapronow, W. M. Smirnow und anderen), die sozusagen a priori auf dem Gesichtspunkt zweier Parteien standen. Damals bewies Radek, dass es zwischen uns und den Ultralinken keinerlei Meinungsverschiedenheiten gebe und dass wir sie nicht nur nicht angreifen, sondern im Gegenteil mit ihnen in einer Organisation verschmelzen sollten. Allgemeinen gesprochen, der Beharrlichkeit und Konsequenz hat noch nie jemand Radek beschuldigt. Aber gerade in der Frage der Vereinigung mit den DZ zeigte er zweifellos Beharrlichkeit, die von Oktober 1926 bis Februar 1928, d.h. während 15 Monaten, andauerte, was für Radek wirklich unerhört ist! Jetzt hat sich Radek umgestülpt und behauptet, mit den Bolschewiki.Leninisten zu brechen, weil sie durch und durch mit Dezismus infiziert seien. Jetzt hat Radek nicht mehr mit Sapronow, sondern mit Stalin keine Meinungsverschiedenheiten mehr. Ohne großes Risiko, Fehler zu machen, kann man vorhersagen, dass Radek, nachdem er sich von der leninistischen Opposition losgerissen hat, wahrscheinlich nicht lange auf der Stalinschen Linie bleiben wird; höchstwahrscheinlich wird er wieder in Richtung Brandlerianismus und Rykowerei schwenken und in Opposition zu Stalin geraten – nur von rechts. Das ist sein unglückseliges Schicksal!

L. Т.

7. Juli 1929.

1In der englischen Übersetzung: „gefallen“

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