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Leo Trotzki 19290208 Protest gegen die Ausweisung

Leo Trotzki: Protest gegen die Ausweisung

(7. bis 8. Februar 1929)

[Eigene Übersetzung nach der französischen Übersetzung, verglichen mit der englischen Übersetzung]

1. Der Vertreter der GPU Informierte mich, dass die deutsche sozialdemokratische Regierung mir ein Visum verweigert hat. Das bedeutet, dass Müller und Stalin in ihrer Einschätzung der Opposition übereinstimmen.

2. Der Vertreter der GPU Informierte mich, dass ich gegen meinen Willen an Kemal übergeben werde. Das bedeutet, dass Stalin mit Kemal, dem Henker1 der Kommunisten, vereinbart hat, gegen die Opposition als gemeinsamen Feind zu kämpfen.

3. Der Vertreter der GPU weigerte sich, über Mindestgarantien gegen die Weißgardisten – mögen sie russisch, türkisch oder anderweitig sein – im Falle meiner möglichen Zwangsdeportation in die Türkei zu diskutieren. Dahinter steckt, dass Stalin direkt auf die Hilfe der Weißgardisten angewiesen ist, die sich nicht grundlegend von der von Kemal gegebenen Hilfe unterscheidet.

4. Die Tatsache, dass das Versprechen, die von mir benötigten Bücher aus Moskau mitzubringen, nicht eingehalten wurde, ist ein besonderes Beispiel für die allgemeine Brutalität und Illoyalität in großen und kleinen Fragen.

5. Die Aussage des Vertreters der GPU, dass Kemal für mein Eigentum eine „schriftliche Garantie" abgegeben hat, „mit Ausnahme von Waffen", d. h. meiner Revolver, bedeutet eigentlich, dass ich von Anfang an gegenüber den Weißgardisten entwaffnet werde und dass eine bewusst falsche Ausrede gegeben wird, um es der türkischen Regierung zuzuschreiben.

Ich mache dies bekannt, damit die Verantwortung dafür klar zugewiesen wird und um die Grundlagen für die Initiativen zu schaffen, die meiner Meinung nach notwendig sind, um gegen diesen zutiefst thermidorianischen Verrat vorzugehen.

26. Wir haben Kenntnis von mindestens einem ernsthaften Plans der Weißgardisten, der von General Turkul organisiert wurde, um Trotzki in der Türkei zu ermorden. Es war, so Aleksandr Orlow, sein Freund Sinowij Katznelson, der Turkuls Fäden zog. Im Gegenzug wollte Präsident Kemal eine „ritterliche" Haltung einnehmen, und Trotzki genießt aus dieser Sicht echte Gastfreundschaft.

1In der englischen Übersetzung: „Unterdrücker“

2In der englischen Übersetzung fehlt der 6. Punkt

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