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Leo Trotzki 19290500 Einleitende Bemerkungen zum Ausschluss Trotzkis aus dem ZK der WKP(B)

Leo Trotzki: Einleitende Bemerkungen zum Ausschluss Trotzkis

aus dem ZK der WKP(B)

[Eigene Übersetzung nach dem russischen Text, verglichen mit der französischen Übersetzung]

August, September und Oktober wurden von der Stalinschen Fraktion genutzt, um gegen die Opposition auf der Grundlage der Beschlüsse des Plenums vom Juli-August zu kämpfen. Im Oktober kam schließlich der Moment, in dem die herrschende Fraktion entscheiden musste, ihre Absicht umzusetzen. Das vereinigte Plenum im Oktober hatte die Aufgabe, nicht nur Trotzki und Sinowjew aus dem Zentralkomitee zu entfernen, sondern auch die notwendigen Voraussetzungen für die Anwendung einer Politik der Repression im großen Maßstab zu schaffen.

Das Juli-August-Plenum führte in den Gebrauch der Partei die Anschuldigung ein, dass die Opposition nicht bereit sei, die Sowjetrepublik gegen imperialistische Feinde zu verteidigen. Diese schändliche Anschuldigung, die sich schnell abnutzte, reichte für die neue Etappe nicht mehr aus. Herangezogen wurden Stalins letzte ideologische Reserven. Auf dem Kampffeld wurde eine Version einer Art Militärverschwörung ausgebrütet1, die beinahe geplant war und beinahe mit der Opposition verbunden war. Die Verbindung bestand darin, dass einer der Militärspezialisten in einem Gespräch mit anderen Spezialisten, die, das ist wahr, wie der erste keine Verschwörer waren, aber zu Verschwörern hätten werden können, Trotzkis Namen nannte, nicht für die Zwecke der Verschwörung, sondern ohne einen bestimmten Zweck. Aber ganz egal: Es gab Trotzkis Namen, es gab irgendwo irgendeinen Militärspezialisten, und im Allgemeinen könnte es eine Militärverschwörung geben. Es stimmt, der Militärspezialist, der Trotzki nannte – wie aus verschiedenen Gründen Tausende andere auch denselben Name nannten –, befand sich zum Zeitpunkt des kriminellen Gesprächs in der Mongolei, d.h. an einem Punkt, der für die Führung eines Putsches in Moskau nicht sehr günstig war. Aber sind Stalins Agitatoren gezwungen, die Mongolei zu nennen und sich allgemein in ihren Reden vor Parteizellen mit Geographie zu befassen? Mehrere Spezialisten wurden an verschiedenen Orten verhaftet, anscheinend ohne den geringsten Grund.

Menschinski, der Vorsitzende der GPU, verlas einen Bericht über den Fall im Oktober-Plenum des Zentralkomitees und der Zentralen Kontrollkommission, als auf der Tagesordnung die Frage der Opposition stand. Selbst die dümmsten und schamlosesten Anhänger der Stalinschen Fraktion haben den Bericht mit Besorgnis und Scham verfolgt. Das thermidorianische Amalgam ragte allzu grob heraus. Einige aus der Mehrheit äußerten in den Korridoren Empörung. Das Scheitern der Stalinschen Machination auf dem Plenum war so offensichtlich, dass im Folgenden alle Redner, mit Ausnahme des nicht ganz zurechnungsfähigen Bucharin2, behutsam oder zimperlich die Frage umgingen. Dies hinderte Stalins Agitatoren natürlich nicht daran, die Partei mit Gerüchten über eine konterrevolutionäre Verschwörung zu vergiften.

Der Ausschluss Trotzkis und Sinowjews aus dem Zentralkomitee am Vorabend des 15. Parteitags war nur ein notwendiges Vorwort zum Ausschluss der Opposition aus der Partei und zur Ausweisung aktiver Oppositioneller nach Sibirien und Zentralasien. Eine neue Etappe in der Entwicklung der Revolution wurde eingeleitet.

Mai 1929.

L. Trotzki

1In der französischen Übersetzung: „lanciert“

2In der französischen Übersetzung: „Bucharins, der nicht ganz bei Sinnen war“

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