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Wladimir I. Lenin 19140500 Über die Verletzung der Einheit, bemäntelt durch Geschrei über die Einheit

Wladimir I. Lenin: Über die Verletzung der Einheit,

bemäntelt durch Geschrei über die Einheit

[Erschienen im Mai 1914 in der Zeitschrift „Prosweschtschenije" Nr 5. Gez.: W. Iljin. Nach Sämtliche Werke Band 17, Moskau-Leningrad 1935, S. 471-494]

Die Fragen der modernen Arbeiterbewegung sind in vieler Hinsicht wunde Fragen – insbesondere für die Vertreter des gestrigen Tages (d.h. der historisch soeben vergangenen Etappe) dieser Bewegung. Hierher gehören vor allem die Fragen des sogenannten Fraktionswesens, der Spaltung usw. Man kann von Teilnehmern an der Arbeiterbewegung aus den Kreisen der Intellektuellen nicht selten erregte, nervöse, fast hysterische Bitten hören, diese wunden Fragen nicht zu berühren. Für diejenigen, die die langen Jahre des Kampfes der verschiedenen Strömungen unter den Marxisten, zum Beispiel seit 1900–1901, miterlebt haben, mögen natürlich viele der Betrachtungen über diese wunden Fragen überflüssige Wiederholungen sein.

Doch der Teilnehmer des vierzehnjährigen Kampfes unter den Marxisten (und um so mehr des achtzehn- bis neunzehnjährigen Kampfes, gerechnet von den ersten Anzeichen des Auftretens des „Ökonomismus") gibt es gegenwärtig nicht mehr so viele. Die gewaltige Mehrheit der Arbeiter, die in unseren Tagen die Reihen der Marxisten füllen, erinnert sich entweder nicht an den alten Kampf oder weiß überhaupt nichts von ihm. Für diese gewaltige Mehrheit (wie unter anderem auch die Ermittlungen unserer Zeitschrift zeigen) haben die wunden Fragen ein besonders großes Interesse. Wir beabsichtigen nun, bei diesen Fragen zu verweilen, die von der „nichtfraktionellen Arbeiter-Zeitschrift" Trotzkis, der „Borjba", scheinbar als etwas Neues (und für die junge Generation der Arbeiter tatsächlich als etwas Neues) aufgerollt werden.

I

Vom „Fraktionswesen"

Trotzki bezeichnet seine neue Zeitschrift als „nichtfraktionell". Dieses Wort setzt er in den. Ankündigungen an die erste Stelle, das wird auf jede Art und Weise in den redaktionellen Artikeln sowohl der „Borjba" selbst als auch in der liquidatorischen „Sewernaja Rabotschaja Gaseta" unterstrichen, wo vor dem Erscheinen der „Borjba" ein Artikel Trotzkis über diese erschien.

Was ist das nun: „Fraktionslosigkeit"?

Die „Arbeiter-Zeitschrift" Trotzkis ist eine Zeitschrift Trotzkis für Arbeiter, denn in der Zeitschrift ist weder von einer proletarischen Initiative noch von einer Verbindung mit den Arbeiterorganisationen auch nur eine Spur zu finden. Von dem Wunsche beseelt, populär zu sein, erklärt Trotzki in seiner Zeitschrift für Arbeiter den Lesern die Worte „Territorium", „Faktor" usf.

Sehr gut. Warum sollte man den Arbeitern nicht auch das Wort „Fraktionslosigkeit" erklären. Ist es etwa besser verständlich als die Worte Territorium und Faktor?

Nein. Nicht darum handelt es sich. Es handelt sich darum, dass die schlimmsten Vertreter der schlimmsten Überreste des Fraktionswesens die junge Arbeitergeneration mit der Etikette „Fraktionslosigkeit" hinters Licht führen. Es lohnt sich, dies zu erläutern.

Das Fraktionswesen ist das wichtigste Merkmal in der Geschichte der sozialdemokratischen Partei einer bestimmten geschichtlichen Zeitspanne. Und zwar welcher? Der von 1903–1911.

Um am anschaulichsten zu erläutern, worin das Wesentliche des Fraktionswesens bestand, muss man sich an die konkreten Verhältnisse etwa der Jahre 1906 und 1907 erinnern. Die Partei war damals einheitlich, es gab keine Spaltung, aber es gab ein Fraktionswesen, d. h. faktisch bestanden in der einheitlichen Partei zwei Fraktionen, zwei faktisch getrennte Organisationen. Die unteren Arbeiterorganisationen waren einheitlich, aber die zwei Fraktionen arbeiteten in jeder ernsthaften Frage zwei Taktiken heraus; ihre Verfechter stritten miteinander in den einheitlichen Arbeiterorganisationen (z.B. in den Debatten über die Losung: Duma- oder Kadetten-Regierung im Jahre 1906, oder bei den Wahlen zum Londoner Parteitag von 1907), und die Fragen wurden durch Mehrheitsbeschluss entschieden: die eine Fraktion erwies sich auf dem gemeinsamen Stockholmer (1906), die andere auf dem gemeinsamen Londoner Parteitag 1907) als besiegt.

Das sind allgemein bekannte Tatsachen aus der Geschichte des organisierten Marxismus in Russland.

Es genügt, sich diese allgemein bekannten Tatsachen in Erinnerung zu rufen, um die himmelschreiende Unwahrheit zu erkennen, die von Trotzki verbreitet wird.

Seit dem Jahre 1912, schon seit mehr als zwei Jahren, gibt es in Russland unter den organisierten Marxisten kein Fraktionswesen, keinen Streit über die Taktik in den einheitlichen Organisationen und auf den einheitlichen Konferenzen und Parteitagen. Es besteht der Zustand eines vollständigen Bruches zwischen der Partei, die im Januar 1912 offiziell erklärt hat, dass die Liquidatoren nicht zu ihr gehören, und den Liquidatoren. Trotzki bezeichnet diese Lage der Dinge nicht selten als „Spaltung"; über diese Bezeichnung werden wir im weiteren besonders sprechen. Es bleibt aber eine unzweifelhafte Tatsache, dass das Wort „Fraktionswesen" der Wahrheit nicht entspricht.

Dieses Wort ist, wie bereits gesagt, eine Wiederholung, eine kritiklose, unverständige, sinnlose Wiederholung dessen, was" gestern, d. h. in einer bereits vergangenen Zeitspanne, richtig war. Und wenn Trotzki uns vom „Chaos des Fraktionskampfes" erzählt (siehe Nr. 1, S. 5, 6 und viele andere), so wird sofort klar, welche überlebte Vergangenheit aus seinem Munde spricht.

Man betrachte die heutige Lage der Dinge vom Standpunkte des jungen russischen Arbeiters aus, der jetzt neun Zehntel der organisierten Marxisten Russlands darstellt. Er sieht vor sich drei Massenoffenbarungen verschiedener Ansichten oder Strömungen in der Arbeiterbewegung: die Anhänger der „Prawda", geschart um eine Zeitung mit einer Auflage von 40.000 Exemplaren, die „Liquidatoren" (15.000 Exemplare) und die linken Narodniki (10.000 Exemplare). Die Angaben über die Hohe der Auflagen erklären dem Leser den Massencharakter der in Betracht kommenden Richtung.

Es fragt sich nun, was denn das mit „Chaos" zu tun hat. Trotzki liebt klangvolle und hohle Phrasen – das ist bekannt, aber das Wort „Chaos" ist nicht nur eine Phrase, sondern es ist außerdem eine Übertragung (richtiger: ein vergeblicher Versuch der Übertragung) ausländischer Verhältnisse der gestrigen Periode auf den russischen Boden der heutigen Periode. Das ist der Kern der Sache.

Es gibt kein „Chaos" im Kampfe der Marxisten gegen die Narodniki. Das wird, muss man hoffen, sogar Trotzki nicht zu behaupten wagen. Der Kampf der Marxisten gegen die Narodniki geht schon über 30 Jahre, seit dem Aufkommen des Marxismus. Die Ursache dieses Kampfes ist die grundlegende Differenz zwischen den Interessen und dem Standpunkt zweier verschiedener Klassen, des Proletariats und der Bauernschaft. Ein „Chaos" ist, wenn überhaupt irgendwo, nur in den Köpfen der Käuze vorhanden, die das nicht verstehen.

Was bleibt nun übrig? Das „Chaos" des Kampfes der Marxisten gegen die Liquidatoren? Das ist wiederum eine Unwahrheit, denn man kann den Kampf gegen eine Richtung, die von der ganzen Partei als eine solche anerkannt und seit dem Jahre 1908 verurteilt ist, nicht als Chaos bezeichnen. Wer sich aber mit der Geschichte des Marxismus in Russland befasst hat, der weiß, dass das Liquidatorentum sogar im Sinne der Zusammensetzung der Führerschaft und der Anhängerschaft untrennbar und aufs engste mit dem „Menschewismus" (1903–1908) und dem „Ökonomismus" (1894–1903) verknüpft ist. Folglich haben wir es auch hier mit einer fast zwanzigjährigen Geschichte zu tun. Die Geschichte der eigenen Partei als ein „Chaos" betrachten, heißt eine unverzeihliche Leere im Kopfe haben.

Man betrachte aber die heutige Lage vom Pariser oder Wiener Gesichtspunkt aus. Sofort wird sich alles ändern. Außer den „Prawdisten" und den „Liquidatoren" gibt es noch nicht weniger als fünf russische „Fraktionen", d. h. einzelne Gruppen, die sich zu ein und derselben sozialdemokratischen Partei zählen wollen: die Gruppe Trotzkis, die zwei „Wperjod"-Gruppen, die „Parteibolschewiki" und die „Parteimenschewiki". In Paris und in Wien (ich nehme als Beispiel diese zwei besonders großen Zentren) wissen das alle Marxisten ausgezeichnet.

Und hier hat Trotzki an gewissem Sinne recht: das ist tatsächlich ein Fraktionswesen, das ist wahrhaftig ein Chaos!

„Fraktionswesen", d. h. Einheit dem Namen nach (in Worten sind alle von einer Partei) und tatsächliche Zersplitterung (in Wirklichkeit sind alle Gruppen selbständig, führen miteinander Unterhandlungen und gehen Abkommen ein wie souveräne Mächte).

„Chaos" d. h.: 1. Fehlen objektiver, eine Überprüfung ermöglichender Daten über den Zusammenhang dieser Fraktionen mit der Arbeiterbewegung Russlands und 2. Fehlen von Material zur Beurteilung der wahren, ideologischen und politischen Physiognomie dieser Fraktionen. Man nehme die Zeitspanne voller zwei Jahre, 1912 und 1913. Dies waren bekanntlich Jahre der Belebung und des Aufschwungs der Arbeiterbewegung, wo sich jede irgendwie einer Massenströmung ähnliche (und in der Politik kommen ja nur Massenströmungen in Betracht) Strömung oder Richtung bei den Wahlen in die IV. Duma, in der Streikbewegung, in den legalen Zeitungen, in den Gewerkschaften, in der Versicherungskampagne usw. auswirken musste. Nicht eine, nicht eine einzige dieser fünf ausländischen Fraktionen hat sich während dieser ganzen zweijährigen Periode auch nur in einer der eben erwähnten Erscheinungsformen der proletarischen Massenbewegung Russlands irgendwie merkbar ausgewirkt!

Das ist eine Tatsache, die jedermann leicht überprüfen kann.

Und diese Tatsache beweist, dass wir recht hatten, wenn wir von Trotzki als von einem Vertreter der „schlimmsten Überreste des Fraktionswesens" sprachen.

Der in Worten nichtfraktionelle Trotzki ist, offenkundig für alle, die mit der Arbeiterbewegung Russlands einigermaßen vertraut sind, Vertreter der „Fraktion Trotzki"; hier liegt Fraktionswesen vor, denn es sind beide wesentlichen Merkmale desselben da: 1. Anerkennung der Einheit dem Namen nach und 2. gruppenmäßige Absonderung in Wirklichkeit. Hier legt ein Überrest von Fraktionswesen vor, denn hier lässt sich nichts Ernsthaftes im Sinne einer Verbindung mit der proletarischen Massenbewegung Russlands entdecken.

Hier liegt schließlich die schlimmste Art von Fraktionswesen vor, denn es gibt keine ideologisch-politische Bestimmtheit. Diese Bestimmtheit kann man weder den Anhängern der„Prawda" streitig machen (sogar unser entschiedener Gegner L. Martow anerkennt unsere „Geschlossenheit und Disziplin" gegenüber allen bekannten offiziellen Beschlüssen in allen Fragen), noch den Liquidatoren absprechen (sie haben, wenigstens die hervorragendsten von ihnen, eine ganz bestimmte Physiognomie, nämlich eine liberale und keine marxistische).

Eine gewisse Bestimmtheit kann man einem Teil jener Fraktionen nicht absprechen, die, analog der Fraktion Trotzki, nur vom Standpunkt Wiens und Paris', aber keineswegs vom russischen Standpunkt aus gesehen, real bestehen. Bestimmt sind z. B. die machistischen Theorien bei der machistischen Gruppe „Wperjod"; bestimmt ist die entschiedene Verneinung dieser Theorien und die Verteidigung des Marxismus, neben der theoretischen Verurteilung der Liquidatoren, bei den „parteitreuen Menschewiki".

Bei Trotzki dagegen gibt es keinerlei ideologisch-politische Bestimmtheit, denn das Patent auf die „Fraktionslosigkeit" bedeutet lediglich (wir werden dies sogleich ausführlicher betrachten) das Patent auf die völlige Freiheit des Hinüberwechselns von einer Fraktion zur anderen und zurück.

Das Fazit:

1. die historische Bedeutung der ideellen Differenzen zwischen den Richtungen und Fraktionen des Marxismus erklärt und versteht Trotzki nicht, obwohl diese Differenzen die zwanzigjährige Geschichte der Sozialdemokratie füllen und die Grundfragen der Gegenwart berühren (wie wir noch zeigen werden);

2. die Hauptmerkmale des Fraktionswesens, als einer Anerkennung der Einheit dem Namen nach und einer tatsächlichen Zersplitterung, hat Trotzki nicht verstanden;

3. unter der Flagge der „Fraktionslosigkeit" vertritt Trotzki eine der besonders ideenlosen ausländischen Fraktionen, die keinen Boden in der Arbeiterbewegung Russlands haben.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. In den Phrasen Trotzkis gibt es viel Glanz und Getue, aber Inhalt haben sie keinen.

II

Über die Spaltung

„Wenn es bei euch ,Prawda'-Anhängern kein Fraktionswesen gibt, d. h. keine Anerkennung der Einheit dem Namen nach bei tatsächlicher Zersplitterung, so gibt es bei euch etwas Schlimmeres – die Spalterei", entgegnet man uns. So spricht nämlich Trotzki, der, außerstande, seine Gedanken zu durchdenken und seine Phrasen miteinander in Einklang zu bringen, bald gegen das Fraktionswesen lamentiert und bald schreit: „Die Spaltung macht eine selbstmörderische Eroberung nach der andern" (Nr. 1, S. 6).

Der Sinn dieser Erklärung kann nur der eine sein: „die Anhänger der ,Prawda' machen eine Eroberung nach der andern" (das ist eine objektive, überprüfbare Tatsache, die durch das Studium der proletarischen Massenbewegung Russlands, sagen wir in den Jahren 1912 und 1913, festgestellt werden kann), aber ich, Trotzki, verurteile die „Prawda"-Anhänger 1. als Spalter und 2. als Selbstmordpolitiker.

Wollen wir das untersuchen.

Vor allem bedanken wir uns bei Trotzki: vor kurzem (vom August 1912 bis zum Februar 1914) folgte er Th. Dan, der bekanntlich drohte und aufforderte, das Anti-Liquidatorentum zu „erschlagen". Jetzt droht Trotzki nicht mit dem „Erschlagen" unserer Richtung (und unserer Partei – seien Sie nicht böse, Bürger Trotzki, das ist doch die Wahrheit!) sondern prophezeit nur, dass sie sich selbst umbringen werde!

Das ist weit milder, nicht wahr? Das ist fast „fraktionslos", nicht wahr?

Aber Spaß beiseite (obwohl Spaß die einzige Methode ist, auf die unerträgliche Phrasendrescherei Trotzkis milde zu reagieren).

Das mit dem „Selbstmord" ist einfach eine Phrase, eine hohle Phrase, bloßer „Trotzkismus".

Spalterei ist eine ernste politische Beschuldigung. Diese Beschuldigung wiederholen uns gegenüber auf tausend Arten sowohl die Liquidatoren als auch alle oben aufgezählten, von Paris und Wien aus gesehen zweifellos bestehenden Gruppen.

Und sie alle wiederholen diese ernste politische Beschuldigung erstaunlich unernsthaft. Man nehme Trotzki. Er hat zugegeben, dass „die Spaltung" (lies: die „Prawda"-Anhänger) „eine selbstmörderische Eroberung nach der anderen macht." Er fügt hinzu:

„Zahlreiche vorgeschrittene Arbeiter werden im Zustand völliger politischer Kopflosigkeit nicht selten selbst zu eifrigen Agenten der Spaltung" (Nr. 1, S. 6).

Lassen sich Beispiele eines unernsteren Verhaltens zu einer Frage finden als jenes, das durch diese Worte enthüllt wird?

Ihr beschuldigt uns der Spalterei, während wir auf dem Felde der Arbeiterbewegung Russlands außer dem Liquidatorentum schlechterdings nichts vor uns erblicken. Ihr haltet also unsere Einstellung zum Liquidatorentum für falsch? Und tatsächlich, alle oben aufgezählten ausländischen Gruppen, wie stark sie sich auch voneinander unterscheiden, sind sich gerade darin einig, dass sie unsere Einstellung zum Liquidatorentum als falsch, als „spalterisch" erklären. Darin bestellt auch die Ähnlichkeit (und eine wesentliche politische Annäherung) aller dieser Gruppen mit den Liquidatoren.

Wenn unsere Einstellung zum Liquidatorentum theoretisch, prinzipiell falsch ist, so hätte Trotzki das direkt sagen, hätte er bestimmt erklären und ohne Umschweife aufzeigen müssen, worin er dieses Falsche erblickt. Trotzki weicht jedoch diesem wesentlichen Punkte seit Jahren aus.

Wenn unsere Einstellung zum Liquidatorentum praktisch, durch die Erfahrung der Bewegung widerlegt wird, so muss man diese Erfahrung untersuchen, was Trotzki wiederum nicht tut. „Zahlreiche vorgeschrittene Arbeiter – gibt er zu – werden zu eifrigen Agenten der Spaltung" (lies: zu eifrigen Agenten der Linie, der Taktik, des Systems, der Organisation der „Prawda"-Richtung).

Warum zeigt sich denn eine solche bedauerliche, laut Eingeständnis Trotzkis durch die Erfahrung bestätigte Erscheinung, dass vorgeschnittene Arbeiter, und dazu noch zahlreiche, für die „Prawda" eintreten?

Infolge der „völligen politischen Kopflosigkeit" dieser vorgeschrittenen Arbeiter, antwortet Trotzki.

Eine für Trotzki, für alle fünf ausländischen Fraktionen und für die Liquidatoren gewiss außerordentlich schmeichelhafte Erklärung. Trotzki liebt es sehr, „mit der gelehrten Miene eines Kenners", mit üppigen und klangvollen Phrasen die historischen Erscheinungen auf eine für Trotzki schmeichelhafte Art zu erklären. Wenn „zahlreiche vorgeschrittene Arbeiter" zu „eifrigen Agenten" einer politischen und Parteilinie werden, die. mit der Linie Trotzkis nicht in Einklang steht, so löst Trotzki, ohne sich zu genieren, die Frage auf einen Hieb und schnurstracks: diese vorgeschrittenen Arbeiter befinden sich „im Zustand völliger politischer Kopflosigkeit", er aber, Trotzki, offenbar „im Zustande" einer politisch festen, klaren und richtigen Linie! … Und der nämliche Trotzki donnert, sich in die Brust werfend, gegen das Fraktionswesen, gegen das Zirkelwesen, dagegen, dass man nach Intellektuellenart den Arbeitern seinen Willen aufzwingen will! …

Wirklich, wenn man derartige Dinge liest, fragt man sich unwillkürlich, ob solche Stimmen nicht aus einem Irrenhaus ertönen.

Vor den „vorgeschrittenen Arbeitern" wurde die Frage des Liquidatorentums und seiner Verurteilung durch die Partei seit dem Jahre 1908 aufgerollt, wahrend die Frage der „Losspaltung" von einer genau bestimmten Gruppe von Liquidatoren (nämlich von der Gruppe „Nascha Sarja"), d. h. die Frage der Unmöglichkeit, die Partei anders aufzubauen als ohne diese Gruppe und gegen sie, im Jahre 1912, vor mehr als zwei Jahren, aufgerollt wurde. Die vorgeschrittenen Arbeiter haben sich mit gewaltiger Mehrheit gerade für die Unterstützung der „Januar-Linie" (1912) ausgesprochen. Trotzki gibt diese Tatsache selbst zu mit den Worten von den „Eroberungen" und von den „zahlreichen vorgeschrittenen Arbeitern". Und Trotzki tut das damit ab, dass er diese vorgeschrittenen Arbeiter einfach als „Spalter" und als „politisch kopflos" beschimpft!

Leute, die dem Verstand nicht verloren haben, werden aus diesen Tatsachen einen andern Schluss ziehen. Dort, wo sich die Mehrheit der klassenbewussten Arbeiter auf dem Boden genauer und bestimmter Beschlüsse zusammengeschlossen hat, gibt es Einheit der Meinungen und Handlungen, dort gibt es Parteigeist und Partei.

Dort, wo wir von den Arbeitern „abgesetzte" Liquidatoren oder ein halbes Dutzend ausländischer Gruppen sahen, die während zweier Jahre ihre Verbindung mit der proletarischen, Massenbewegung Russlands durch nichts bewiesen haben, dort gerade herrscht Kopflosigkeit und Spalterei. Wenn Trotzki jetzt die Arbeiter zu überreden sucht, die Beschlüsse des von allen Marxisten und „Prawda"-Anhängern anerkannten „Ganzen" nicht auszuführen, so versucht er die Bewegung zu desorganisieren und eine Spaltung hervorzurufen.

Diese Versuche sind ohnmächtig, aber man muss doch die ihrem Eigendünkel ganz hingegebenen Führer von Intellektuellengrüppchen entlarven, die, wenn sie eine Spaltung vollziehen, über Spaltung schreien, die, nachdem sie im Verlaufe von reichlich zwei Jahren bei den „vorgeschrittenen Arbeitern" eine völlige Niederlage erlitten haben, mit unglaublicher Frechheit auf die Beschlüsse und auf den Willen dieser vorgeschrittenen Arbeiter spucken, und sie als „politisch kopflos" bezeichnen. Das sind ja ganz die Methoden Nosdrjows oder Juduschka Golowljows.

Und wir werden, gemäß unserer Pflicht als Publizist, nicht müde werden, als Antwort auf das wiederholte Geschrei über die Spaltung, die nicht widerlegten und unwiderleglichen genauen Angaben zu wiederholen. In der zweiten Duma gab es in der Arbeiterkurie 47 Prozent bolschewistische Abgeordnete, in der dritten 50 Prozent und in der vierten 67 Prozent.

Hier ist die Mehrheit der „vorgeschrittenen Arbeiter", hier ist die Partei, hier ist die Einheit der Meinungen und Handlungen der Mehrheit der klassenbewussten Arbeiter.

Die Liquidatoren wenden ein (siehe Bulkin, L. M., in Nr. 3 der „Nascha Sarja"), dass wir Argumente aus den Stolypinschen Kurien gebrauchen. Das ist ein unvernünftiger und unehrlicher Einwand. Die Deutschen messen ihre Erfolge an den Wahlen nach dem Bismarckschen Wahlgesetz, das die Frauen ausschließt. Nur Verrückte könnten den deutschen Marxisten daraus einen Vorwurf machen, wenn sie ihre Erfolge unter dem gegebenen Wahlgesetz messen, ohne dabei seine reaktionären Beschränkungen irgendwie zu rechtfertigen.

So haben auch wir, ohne die Kurien oder das Kuriensystem zu verteidigen, unsere Erfolge unter dem gegebenen Wahlgesetz gemessen. Kurien, gab es bei allen drei Dumas (II., III., IV.), und innerhalb ein und derselben Arbeiterkurie, innerhalb der Sozialdemokratie ist eine vollständige Verschiebung zu Ungunsten der Liquidatoren vor sich gegangen. Wer sich und andere nicht betrügen will, der muss diese objektive Tatsache des Sieges der Einheit der Arbeiter gegen die Liquidatoren zugeben.

Der andere Einwand ist nicht weniger „klug": „Für diesen und jenen Bolschewik haben auch Menschewiki und Liquidatoren „gestimmt" (oder haben sich an den Wahlen beteiligt). Sehr gut! Aber bezieht sich das nicht auch auf (die 53 Prozent nichtbolschewistischer Abgeordneten der zweiten Duma, auf die 50 Prozent der dritten Duma, auf die 33 Prozent der vierten Duma?

Wenn man an Stelle der Angaben über die Abgeordneten die Angaben über die Wahlmänner oder die Bevollmächtigten der Arbeiter usw. nehmen könnte, würden wir sie gerne nehmen. Aber derartige, ausführlichere Angaben fehlen, und folglich streuen die „Einwender" dem Publikum einfach Sand in die Augen.

Und die Angaben über die Arbeitergruppen, die die Zeitungen der verschiedenen Richtungen unterstützt haben? In zwei Jahren (1912 und 1913) 2801 Gruppen für die „Prawda" und 740 für den „Lutsch"*. Jeder kann diese Ziffern prüfen, und niemand hat sie zu widerlegen versucht.

Wo ist hier die Einheit der Handlungen und des Willens der Mehrheit der „vorgeschrittenen Arbeiter'' und wo die Verletzung des Willens der Mehrheit?

Die „Fraktionslosigkeit" Trotzkis bedeutet eben Spalterei im Sinne hemmungslosester Verletzung des Willens der Mehrheit der Arbeiter.

III

Über den Zerfall des August-Blocks

Aber es gibt noch ein Mittel, und ein sehr wichtiges, um die Richtigkeit und Wahrhaftigkeit der uns von Trotzki ins Gesicht geschleuderten Beschuldigungen wegen Spalterei zu überprüfen.

Ihr findet, dass gerade die „Leninisten'' die Spalter sind? Gut. Nehmen wir an, ihr habt recht.

Wenn ihr aber recht habt, warum haben denn alle übrigen Fraktionen und Gruppen ohne die „Leninisten" und gegen die „Spalter" nicht die Möglichkeit einer Einheit mit den Liquidatoren bewiesen? … Wenn wir Spalter sind, warum habt denn ihr, die Vereiniger, euch untereinander und mit den Liquidatoren nicht vereinigt? Ihr hättet doch damit den Arbeitern durch die Tat die Möglichkeit einer Einheit und deren Nutzen gezeigt! …

Erinnern wir uns der Zeitfolge:

Im Januar 1912 erklären die „.Spalter", die „Leninisten", dass sie die Partei seien, ohne die Liquidatoren und gegen sie.

Im März 1912 vereinigen sich in ihren russischen Blättchen und in den Spalten der deutschen sozialdemokratischen Zeitung „Vorwärts" gegen diese „Spalter" alle Gruppen und „Fraktionen": Liquidatoren, Trotzkisten, „Wperjod"-Leute, „parteitreue Bolschewiki", „parteitreue Menschewiki". Alle zusammen beschimpfen uns solidarisch, einmütig, übereinstimmend, einig als „Usurpatoren", „Mystifikatoren" und belegen uns mit anderen, nicht weniger zarten und freundlichen Beinamen.

Sehr gut, meine Herren! Aber was wäre denn für euch leichter gewesen, als euch gegen die „Usurpatoren" zu vereinigen und den „vorgeschrittenen Arbeitern" ein Beispiel von Einheit zu geben? Würden denn die vorgeschrittenen Arbeiter, wenn sie auf der einen Seite die Einheit aller gegen die Usurpatoren, die Einheit sowohl der Liquidatoren als auch der Nichtliquidatoren, und auf der anderen Seite einzig und allein die „Usurpatoren", die „Spalter" usf. sähen, nicht jene unterstützen??

Wenn die Differenzen nur von den „Leninisten" ausgedacht oder aufgebauscht usw. wurden, in Wirklichkeit aber die Einheit der Liquidatoren, der Anhänger Plechanows, der „Wperjod"-Leute, der Trotzkisten usf. möglich ist, warum habt ihr denn das in den zwei Jahren nicht durch euer Beispiel bewiesen?

Im August 1912 versammelte sich die Konferenz der „Vereiniger". Sogleich begann die Trennung: die Anhänger Plechanows weigerten sich überhaupt zu kommen, die „Wperjod"-Leute kamen, gingen jedoch unter Protest und Entlarvung des fiktiven Charakters des ganzen Vorhabens wieder weg.

Es „vereinigten sich" die Liquidatoren, die Letten, die Trotzkisten (Trotzki und Semkowski), die Kaukasier und die „Sieben". Haben sie sich vereinigt? Wir haben schon damals erklärt, dass dem nicht so ist, dass dies nur eine Bemäntelung des Liquidatorentums ist. Haben die Ereignisse uns widerlegt?

Nach genau eineinhalb Jahren, im Februar 1914, stellt sich heraus:

1. dass die „Sieben" zerfällt – Burjanow verlässt sie;

2. dass bei der übriggebliebenen neuen „Sechs" Tschcheïdse und Tuljakow oder irgendein anderer sich über die Antwort an Plechanow nicht verständigen können. In der Presse erklären sie, sie werden ihm antworten, und sie können nicht antworten ;

3. dass Trotzki, der faktisch schon seit vielen Monaten aus dem „Lutsch" verschwunden ist, sich lossagt und „seine eigene" Zeitschrift, die „Borjba", herausgibt. Wenn Trotzki diese Zeitschrift als „nichtfraktionell" bezeichnet, so sagt er damit klar (klar für alle, die mit der Sache einigermaßen vertraut sind), dass die „Nascha Sarja" und der „Lutsch" nach seiner, Trotzkis, Meinung sich als „fraktionell", d. h. als schlechte Vereiniger erwiesen haben.

Wenn Sie, liebenswürdiger Trotzki, ein Vereiniger sind, wenn Sie die Einheit mit den Liquidatoren für möglich erklären, wenn Sie im Verein mit ihnen ,auf dem Standpunkt der „im August 1912 formulierten Grundideen" stehen („Borjba" Nr. 1, S. 6, „Von der Redaktion"), warum haben Sie sich dann nicht selbst mit den Liquidatoren der „Nascha Sarja" und des „Lutsch" vereinigt?

Als in der „Sewernaja Rabotschaja Gaseta" noch vor dem Erscheinen der Zeitschrift Trotzkis eine boshafte Notiz erschien über die „ungeklärte" Physiognomie der Zeitschrift und darüber, dass man von ihr „in Marxistischen Kreisen ziemlich viel gesprochen habe, da musste naturgemäß der „Putj Prawdy" (Nr. 37) die Unwahrheit dieser Behauptung enthüllen: „in marxistischen Kreisen sprach man" von dem vertraulichen Schreiben Trotzkis gegen die Anhänger des „Lutsch"; die Physiognomie Trotzkis und seine Abspaltung vom August-Block sind völlig „geklärt".

4. An, der bekannte Führer der kaukasischem Liquidatoren, der gegen L. Sedow aufgetreten war (und dem dafür von Th. Dan und Komp. öffentlich der Kopf gewaschen wurde), taucht jetzt in der „Borjba" auf. Es bleibt „ungeklärt", ob nun die Kaukasier mit Trotzki oder mit Dan gehen wollen.

5. Die lettischen Marxisten, die ohne jeden Zweifel die einzige wirkliche Organisation im „August-Block" waren, sind offiziell aus ihm ausgetreten und erklärten in einer Resolution ihres jüngsten Kongresses. (1914), dass

der Versuch der Versöhnler, sich um jeden Preis mit den Liquidatoren zu vereinigen (Augustkonferenz 1912) sich als nutzlos erwiesen hat und die Vereiniger selbst in ideologisch-politische Abhängigkeit von den Liquidatoren geraten sind."

Das hat nach anderthalbjähriger Erfahrung, eine Organisation erklärt, die selbst eine neutrale Stellung einnimmt, da sie mit keinem der zwei Zentren in Verbindung treten will. Um so schwerwiegender muss für Trotzki dieser Beschluss neutraler Leute sein!

Es scheint, dies genüge wohl?

Die Leute, die uns der Spalterei, des Widerwillens oder Unvermögens, uns mit den Liquidatoren zu vertragen, beschuldigen, sind selbst mit ihnen nicht ausgekommen. Der August-Block hat sich als eine Fiktion erwiesen und ist zerfallen.

Damit, dass Trotzki diesen Zerfall seinen Lesern verheimlicht, betrügt er sie.

Die Erfahrung unserer Gegner hat bewiesen, dass wir recht haben, hat bewiesen, dass eine Zusammenarbeit mit den Liquidatoren unmöglich ist.

IV

Ratschläge eines Versöhnlers an die „Sieben"

Der redaktionelle Artikel in Nr. 1 der „Borjba": „Die Spaltung der Dumafraktion", enthält Ratschläge eines Versöhnlers an die sieben liquidatorischen (oder nach der Seite des Liquidatorentums hin schwankenden) Abgeordneten der Reichsduma. Der Kern dieser Ratschläge liegt in dem folgenden Satz:

„sich an die Sechs in erster Linie in allen Fällen zu wenden, wo eine Verständigung mit anderen Fraktionen notwendig ist…" (Seite 29).

Das ist ein vernünftiger Rat, und unter anderem wegen dieses Rates scheint Trotzki mit den Liquidatoren vom „Lutsch" auseinanderzugehen. Seit Beginn des Kampfes der zwei Fraktionen in der Duma, seit der Resolution der Sommerberatung (1913) haben die Anhänger der „Prawda" gerade diesen Standpunkt eingenommen. Die Sozialdemokratische Arbeiterfraktion Russlands hat auch nach der Spaltung wiederholt in der Presse erklärt, sie nehme diesen Standpunkt immer noch ein, trotz der wiederholten Absagen der „Sieben".

Von allem Anfang an, seit der Resolution der Sommerberatung, glaubten wir, und wir glauben es noch, dass Vereinbarungen über die Fragen, der Tätigkeit in der Duma wünschenswert und möglich sind: wenn solche Vereinbarungen wiederholt mit den kleinbürgerlichen bäuerlichen Demokraten (Trudowiki) praktiziert worden sind, so sind sie selbstverständlich um so mehr mit den kleinbürgerlichen, liberalen Arbeiterpolitikern möglich und notwendig.

Man darf die Differenzen nicht übertreiben und muss der Wirklichkeit offen ins Antlitz sehen: die „Sieben" sind nach der Seite des Liquidatorentums hin schwankende Leute, die gestern ganz und gar Dan folgten und heute mit Betrübnis ihre Blicke einmal von Dan auf Trotzki und dann wieder auf Dan richten. Die Liquidatoren sind eine von der Partei abgespaltene Gruppe von Anhängern der Legalität, die eine liberale Arbeiterpolitik betreibt. In Angebracht dessen, dass sie gegen die „Illegalität" sind, kann von irgendwelcher Einheit mit dieser Gruppe in Sachen des Parteiaufbaus und der Arbeiterbewegung gar keine Rede sein. Wer anders denkt, irrt sich sehr und berücksichtigt die seit 1908 eingetretenen einschneidenden Veränderungen nicht.

Aber Vereinbarungen mit dieser außerhalb der Partei stehenden oder der Partei nahestehenden Gruppe in einzelnen Fragen sind natürlich zulässig: wir müssen auch diese Gruppe, so wie die Trudowiki, stets zwingen, zwischen der proletarischen („Prawda"-Richtung) und der liberalen Politik die Wahl zu treffen. Zum Beispiel zeigten sich in der Frage des Kampfes für die Pressefreiheit bei den Liquidatoren deutlich Schwankungen zwischen der liberalen Fragestellung mit ihrem Verneinen oder Übersehen der nicht zensurierten Presse und der dieser Fragestellung entgegengesetzten, proletarischen Politik.

Innerhalb der Grenzen der Dumapolitik, wo die wichtigsten, außerhalb der Duma zu entscheidenden Fragen nicht unmittelbar aufgeworfen werden, sind Vereinbarungen mit den sieben liberalen Arbeiterabgeordneten möglich und wünschenswert. In diesem Punkt ist Trotzki von den Liquidatoren zum Standpunkt der Parteiberatung vom Sommer (1913) übergegangen.

Nur darf man nicht vergessen, dass vom Standpunkt einer außerhalb der Partei stehenden Gruppe unter Vereinbarung durchaus nicht das verstanden wird, was Parteileute darunter gewöhnlich verstehen. Für nicht zur Partei gehörende Leute ist eine „Vereinbarung" in der Duma die „Ausarbeitung einer taktischen Resolution oder Linie". Für Parteileute ist eine Vereinbarung ein Versuch, andere zur Durchführung der Parteilinie heranzuziehen.

Zum Beispiel: die Trudowiki haben keine Partei. Unter Vereinbarung verstehen sie die sozusagen „freie Ausarbeitung" einer Linie, heute mit den Kadetten, morgen mit den Sozialdemokraten. Wir dagegen verstehen unter einer Vereinbarung mit den Trudowiki durchaus nicht das: wir haben in allen wichtigen Fragen der Taktik Parteibeschlüsse, und wir werden von diesen Beschlüssen niemals abweichen: eine Vereinbarung mit den Trudowiki bedeutet also für uns, sie auf unsere Seite herüber zu ziehen, sie davon zu überzeugen, dass wir recht haben, auf gemeinsame Aktionen gegen die Schwarzhunderter und gegen die Liberalen nicht zu verzichten.

In welchem Grade Trotzki diesen, elementaren Unterschied zwischen Vereinbarungen vom Parteistandpunkt und solchen von parteilosem Standpunkt aus vergessen hat (er ist doch nicht umsonst bei den Liquidatoren gewesen!), zeigt seine folgende Betrachtung:

„Es ist notwendig, dass von der Internationale bevollmächtigte Personen beide Teile unserer gespaltenen Parlamentsvertretung zusammenführen und mit ihnen gemeinsam untersuchen, was sie vereinigt und was sie trennt … Es kann eine detaillierte taktische Resolution ausgearbeitet werden, welche die Grundlagen der Parlamentstaktik formuliert…" (Nr. 1, S. 29/30).

Das ist ein charakteristisches und äußerst typisches Beispiel einer liquidatorischen Fragestellung! An die Partei denkt die Zeitschrift Trotzkis nicht: in der Tat, lohnt es sich, an eine solche Kleinigkeit zu denken?

Wenn sich in Europa (Trotzki liebt es, an unpassendem Orte von Europäertum zu reden) verschiedenartige Parteien verständigen oder vereinigen, so pflegt es so zu sein: ihre Vertreter treten zusammen und klären vor allem die Differenzpunkte (gerade das, was auch die Internationale für Russland auf die Tagesordnung gesetzt hat, wobei sie die unüberlegte Behauptung Kautskys, „die alte Partei besteht nicht mehr", keineswegs in die Resolution aufgenommen hat). Nach Klarstellung der Differenzpunkte setzen die Vertreter fest, welche Beschlüsse (Resolutionen, Bedingungen usw.) in den Fragen der Taktik, dar Organisation usw. den Kongressen beider Parteien vorgelegt werden sollen. Wenn es gelingt, einen Entwurf einheitlicher Beschlüsse festzulegen, entscheiden die Parteikongresse, ob sie angenommen werden; wenn verschiedene Vorschläge gemacht werden, so werden sie gleichermaßen von den Kongressen beider Parteien endgültig behandelt.

Den Liquidatoren und Trotzki sind nur die europäischen Vorbilder des Opportunismus „sympathisch", keineswegs aber die Vorbilder europäischen Parteigeistes.

Eine „detaillierte taktische Resolution" werden die Dumaabgeordneten ausarbeiten!!… Die russischen „vorgeschrittenen Arbeiter", mit denen Trotzki nicht umsonst so unzufrieden ist, können an diesem Beispiel anschaulich sehen, wie weit in Wien und Paris die lächerliche Plänemacherei der ausländischen Grüpplein geht, die sogar Kautsky überzeugt haben, dass es in Russland „keine Partei gibt". Doch wenn es auch manchmal gelingt, Ausländer in dieser Frage zu betrügen, die russischen „vorgeschrittenen Arbeiter" werden (auf die Gefahr hin, neuerlich den Unwillen des schrecklichen Trotzki hervorzurufen) diesen Plänemachern ins Gesicht lachen.

„Detaillierte taktische Resolutionen – werden sie ihnen sagen – werden bei uns von den Parteitagen und -konferenzen ausgearbeitet (wie es bei euch Parteilosen gemacht wird, wissen wir nicht), so z. B. in den Jahren 1907, 1908, 1910, 1912 und 1913. Wir werden mit Vergnügen die unkundigen Ausländer und auch die vergesslichen Russen mit unseren Parteibeschlüssen bekanntmachen und werden mit noch größerem Vergnügen die Vertreter der ,Sieben' oder der ,Augustleute' oder der Leute von der ,Lewica': oder beliebig wen bitten, uns mit den Resolutionen ihrer Kongresse oder Konferenzen bekanntzumachen und auf ihrem nächsten Kongress die bestimmte Frage nach ihrer Stellung zu unseren Resolutionen oder zur Resolution des neutralen Kongresses der Letten vom Jahre 1914 aufzuwerfen usw."

Das werden die „vorgeschrittenen Arbeiter" Russlands den verschiedenen Plänemachern sagen, das haben z. B. die organisierten Marxisten Petersburgs in der marxistischen Presse bereits gesagt. Beliebt es Trotzki, diese den Liquidatoren gestellten und veröffentlichten Bedingungen zu ignorieren? Um so schlimmer für Trotzki. Unsere Pflicht ist es, die Leser im Voraus darauf aufmerksam zu machen, wie lächerlich das Entwerfen vom „Vereinigungs"-Plänen (nach dem Typus der August-„Vereinigung"?) ist, das nicht mit dem Willen der Mehrheit der klassenbewussten Arbeiter Russlands rechnen will.

V

Die liquidatorischen Ansichten Trotzkis

Über seine sachlichen Ansichten suchte Trotzki in seiner neuen Zeitschrift möglichst wenig zu sagen. Der „Putj Prawdy" (Nr. 37) hat bereits vermerkt, dass Trotzki weder über die Frage der Illegalität noch über die Losung des Kampfes für eine legale Partei usw. auch nur einen Ton geäußert hat. Eben deshalb sprechen wir, unter anderem, von schlimmsten Fraktionswesen in diesem Falle, wo eine abgesonderte Organisation ohne jegliche ideologisch-politische Physiognomie entstehen will.

Wenn aber Trotzki seine Ansichten auch nicht offen darlegen wollte, so zeigt eine ganze Anzahl von Stellen in seiner-Zeitschrift, was für Ideen er insgeheim und versteckt vertritt.

Gleich im ersten redaktionellen Artikel der ersten Nummer lesen wir:

„Die vorrevolutionäre Sozialdemokratie war bei uns nur in ihrer Idee, in ihren Zielen eine Arbeiterpartei. In Wirklichkeit stellte sie die Organisation der marxistischen Intelligenz dar, welche die damals erwachende Arbeiterklasse hinter sich herführte…" (S.5).

Das ist das altbekannte liberale und liquidatorische Liedchen, das in Wirklichkeit die Verneinung der Partei einleitet. Dieses Lied beruht auf einer Entstellung der geschichtlichen Tatsachen. Bereits die Streiks der Jahre 1895/96 haben eine sowohl ideologisch als auch organisatorisch mit der Sozialdemokratie verbundene proletarische Massenbewegung hervorgerufen. Hat bei diesen Streiks, bei der ökonomischen und nicht-ökonomischen Agitation „die Intelligenz die Arbeiterklasse hinter sich hergeführt"!!?

Oder wir nehmen die genauen Angaben über die Staatsverbrechen in den Jahren 1901–1903, verglichen mit der vorhergegangenen Periode.

Von 100 Teilnehmern an der Befreiungsbewegung (die wegen Staatsverbrechen zur Verantwortung gezogen wurden) beschäftigten sich mit:

Periode:

Landwirtschaft

Industrie u. Handel

Freie Berufe u. Studierende

Unbestimmte Berufe u. ohne Beruf

1884–1890

7,1

15,1

53,3

19,9

1901–1903

9,0

46,1

28,7

8,0

Wir sehen, dass in den achtziger Jahren, als es in Russland noch keine sozialdemokratische Partei gab, als die Bewegung noch „narodnikisch" war, die Intelligenz überwog: sie stellte mehr als die Hälfte der Beteiligten.

Dieses Bild änderte sich vollkommen in den Jahren 1901 bis 1903, als es schon eine sozialdemokratische Partei gab, als die alte „Iskra" tätig war. Die Intelligenz macht nunmehr unter den Teilnehmern der Bewegung die Minderheit aus, Arbeiter („Industrie und Handel") gibt es schon viel mehr als Intellektuelle, Arbeiter und Bauern zusammen aber bildeten mehr als die Hälfte der Gesamtzahl.

Gerade im Kampfe der Richtungen innerhalb des Marxismus zeigte sich ein kleinbürgerlich-intellektuellenhafter Flügel der Sozialdemokratie, anfangs der „Ökonomismus" (1895–1903), dann der „Menschewismus" (1903–1908) und dann das „Liquidatorentum" (1908–1914). Trotzki wiederholt die Verleumdungen der Liquidatoren gegen die Partei und fürchtet sich, die Geschichte des zwanzigjährigen Richtungskampfes innerhalb der Partei zu berühren.

Hier ein anderes Beispiel:

„Die russische Sozialdemokratie hat in ihrer Stellung zum Parlamentarismus dieselben drei Stadien durchlaufen …" (wie in den andern Ländern) „… zuerst den Boykottismus, dann die prinzipielle Anerkennung der parlamentarischen Taktik, aber…" (ein herrliches „aber", dasselbe „aber", welches Schtschedrin mit dem Satz wiedergab: Die Ohren wachsen nicht über Stirnhöhe, nein, sie wachsen nicht höher!1) „ … mit rein agitatorischen Zielen … und schließlich das Vorbringen… der Tagesforderungen auf der Dumatribüne …" (Nr. 1, S. 34).

Wiederum eine liquidatorische Entstellung der Geschichte. Der Unterschied zwischen dem zweiten und dem dritten Stadium ist zu dem Zwecke ausgedacht, insgeheim die Verteidigung des Reformismus und Opportunismus einzuschmuggeln. Einen Boykottismus als Stadium in der „Stellung der Sozialdemokratie zum Parlamentarismus" gab es nicht. Weder in Europa (dort war und blieb der Anarchismus) noch in Russland, wo sich z. B. der Boykott der Bulyginschen Duma nur auf eine bestimmte Institution bezog, niemals mit dem „Parlamentarismus" in Zusammenhang gebracht wurde und durch den eigenartigen Kampf zwischen Liberalismus und Marxismus um die Weiterführung des Ansturms hervorgerufen wurde. Wie sich dieser Kampf in dem Kampfe der zwei Richtungen innerhalb des Marxismus widerspiegelte, darüber lässt Trotzki kein Wort fallen.

Wenn man sich auf die Geschichte bezieht, muss man die konkreten Fragen und die klassenmäßigen Wurzeln der verschiedenen Richtungen bloßlegen; wer den Klassenkampf und den Kampf der Richtungen um die Beteiligung an der Bulyginschen Duma marxistisch zu untersuchen wünscht, der wird dort die Wurzeln der liberalen Arbeiterpolitik sehen. Doch Trotzki „bezieht" sich auf die Geschichte, um die konkreten Fragen zu umgehen und für die heutigen Opportunisten eine Rechtfertigung oder so etwas wie eine Rechtfertigung zu konstruieren.

„ … Faktisch werden von allen Richtungen – schreibt er – ein und dieselben Methoden des Kampfes und des Aufbaus angewandt." – „Das Geschrei über eine liberale Gefahr in unserer Arbeiterbewegung ist einfach eine grobe sektiererische Karikatur auf die Wirklichkeit" (Nr. 1, S. 5 und 35).

Das ist eine sehr klare Verteidigung der Liquidatoren und eine sehr zornige. Wir erlauben uns aber dennoch, wenigstens eine kleine Tatsache neueren Datums anzuführen – Trotzki wirft nur mit Phrasen um sich, wir möchten wünschen, dass die Arbeiter selbst über die Tatsache nachdenken.

Es ist Tatsache, dass die „Sewernaja Rabotschaja Gaseta" in der Nummer vom 13. März geschrieben hat:

„Anstatt der Hervorhebung einer bestimmten konkreten Aufgabe, vor der die Arbeiterklasse steht – die Duma zu zwingen, den Gesetzentwurf (über die Presse) abzulehnen –, wird die verschwommene Formel des Kampfes für die ,ungekürzten Losungen' aufgestellt, zugleich mit der Reklame für die illegale Presse, was lediglich geeignet ist, den Kampf der Arbeiter für ihre legale Presse zu schwächen."

Das ist eine dokumentarische, klare, deutliche Verteidigung der Politik der Liquidatoren und eine Kritik der Politik der „Prawda"-Anhänger. Was nun? Wird sich ein kundiger Mensch finden, der sagen wird, dass beide Richtungen in der gegebenen Frage „ein und dieselben Methoden des Kampfes und des Aufbaus" anwenden? Wird sich ein kundiger Mensch finden, der sagen wird, (dass die Liquidatoren hier keine liberale Arbeiterpolitik betreiben? Dass hier die liberale Gefahr in der Arbeiterbewegung erfunden sei?

Trotzki meidet Tatsachen und konkrete Hinweise eben deshalb, weil sie all seine zornigen Ausrufe und seine geschwollenen Phrasen schonungslos widerlegen. Sich in Positur zu werfen und zu erklären: „eine grobe sektiererische Karikatur", das ist natürlich sehr leicht. Und noch kräftigere, noch geschwollenere Wörtchen über die „Befreiung aus der Sklaverei des konservativen Fraktionswesens'' hinzuzusetzen, ist ebenfalls nicht schwer.

Ist das aber nicht eine schon sehr wohlfeile Art? Ist diese Waffe nicht dem Arsenal jener Zeit entnommen, als Trotzki vor den Gymnasiasten glänzte?

Die „vorgeschrittenen Arbeiter", über die Trotzki erzürnt ist, wünschen dennoch, dass man ihnen offen und klar sage: billigt ihr die „Methode des Kampfes und des Aufbaus", die in der angeführten Beurteilung der konkreten politischen Kampagne klar zum Ausdruck kommt? Ja oder nein? Wenn ja, so ist das eine liberale Arbeiterpolitik, ist das ein Verrat am Marxismus und an der Partei, und von „Frieden" oder von „Einheit" mit einer solchen Politik, mit Gruppen, die eine solche Politik betreiben, zu sprechen, bedeutet, sich und andere betrügen.

Nein? Dann sagt es offen. Mit Phrasen aber kann man dem heutigen Arbeiter nicht imponieren, kann man ihn nicht befriedigen und nicht einschüchtern.

Übrigens: die von den Liquidatoren in dem angeführten Zitat verkündete Politik ist selbst vom liberalen Standpunkte aus dumm, denn die Annahme des Gesetzes in der Duma hängt von den „Semstwo-Oktobristen" von der Art eines Bennigsen ab, der in der Kommission seine Karten bereits aufgedeckt hat.

★

Die alten Teilnehmer an der marxistischen Bewegung in Russland kennen die Figur Trotzkis genau, und für sie lohnt es nicht, von ihr zu sprechen. Aber die junge Arbeitergeneration kennt sie nicht, und man muss von ihr sprechen, denn er ist eine Figur, die typisch ist für alle jene fünf ausländischen Grüppchen, die in Wirklichkeit ebenfalls zwischen dem Liquidatorentum und der Partei schwanken.

In den Zeiten der alten „Iskra" (1901–1903) prägte man auf diese Schwankenden und von den „Ökonomisten" zu den „Iskra''-Anhängern und umgekehrt Überlaufenden das Kennwort „Tuschinoer Überläufer" (so nannte man in der Zeit der Wirren in Russland die Krieger, die von dem einen Lager ins andere überliefen2).

Wenn wir von Liquidatorentum sprechen, stellen wir eine gewisse ideologische Strömung fest, die im Laufe von Jahren aufgekommen ist, in einer zwanzigjährigen Geschichte des Marxismus3 mit dem „Menschewismus" und „Ökonomismus" verwurzelt und mit der Politik und Ideologie einer bestimmten Klasse, der liberalen Bourgeoisie, verknüpft ist.

Die „Tuschinoer Überläufer" erklären sich als über den Fraktionen stehend, und das aus dem einzigen Grunde, weil sie ihre Ideen heute der einen, morgen der anderen Fraktion „entlehnen". Trotzki war in den Jahren 1901–1903 ein eifriger „Iskra"-Anhänger, und Rjasanow bezeichnete seine Rolle auf dem Parteitag von 1903 als die Rolle des „Leninschen Knüppels". Ende 1903 war Trotzki eifriger Menschewik, d. h. er war von den „Iskra"-Anhängern zu den „Ökonomisten" übergelaufen; er verkündete: „zwischen der alten und der neuen ,Iskra' liegt ein Abgrund". Im Jahre 1904/05 rückt er von den Menschewiki ab und nimmt eine schwankende Haltung ein, wobei er bald mit Martynow (dem „Ökonomisten") zusammenarbeitet, bald die widersinnig-linke „permanente Revolution" verkündet. Im Jahre 1906/07 nähert er sich den Bolschewiki und im Frühjahr 1907 erklärt er sich mit Rosa Luxemburg solidarisch.

In der Periode des Zerfalls geht er, nach langen „nichtfraktionellen" Schwankungen, wiederum nach rechts, und im August 1912 geht er einen Block mit den Liquidatoren ein. Jetzt rückt er wiederum von ihnen ab, wobei er jedoch im Wesen der Sache ihre armseligen Gedanken wiederholt.

Derartige Typen sind charakteristisch als Trümmer geschichtlicher Gestaltungen und Formationen von gestern, wo die proletarische Massenbewegung in Russland noch schlief und ein beliebiges Grüpplein genügend „Platz hatte", um sich als Strömung, als Gruppe, als Fraktion, mit einem Wort als eine „Macht" hinzustellen, die von Vereinigung mit anderen redet.

Es ist notwendig, dass die junge Arteitergeneration genau weiß, mit wem sie es zu tun hat, wenn mit unglaublichen Ansprüchen Leute auftreten, die weder mit den Parteibeschlüssen, die seit dem Jahre 1908 das Verhältnis zum Liquidatorentum bestimmt und festgesetzt haben, noch mit der Erfahrung der modernen Arbeiterbewegung Russlands, welche die Einheit der Mehrheit in der Tat, auf der Grundlage restloser Anerkennung der genannten Beschlüsse hergestellt hat, irgendwie rechnen wollen.

* Bis zum 1. April 1914 ergab die vorläufige Berechnung 4000 Gruppen für die „Prawda" (vom 1. Januar 1912 an) und 1000 für die Liquidatoren plus alle ihre Verbündeten.

1 Dieser Ausdruck findet sich bei dem russischen Satiriker Saltykow-Schtschedrin in dessen Werk „Im Auslande".

2 Die Zeit der „Wirren" am Anfang des 17. Jahrhunderts, die Bauernaufstände und die Kriege des „falschen Demetrius" gegen die Zaren Boris Godunow und Wassilij Schujski; in Tuschino, 15 km nordwestlich von Moskau, waren des zweiten falschen Demetrius' Heerlager und Hof. Die Red.

3 D. h. der Partei. Die Red.

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