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Reich, Wilhelm

Reich, Wilhelm (1897-1957) war Psychoanalytiker und Sexualforscher. Er verließ seine galizische Heimat nach der Besetzung durch die zaristische Armee im Ersten Weltkrieg und studierte nach dem Krieg in Wien Medizin, wo er in Konktakt mit Siegmund Freuds Psychoanalyse kam, die er bald radikalisierte, was zum Bruch mit Freud führte. Politisch war er zunächst Sozialdemokrat, radikalisierte sich 1927 und trat heimlich in die KP ein. Im Winter 1929/30 initiierte er ein „Komitee revolutionärer sozialdemokratischer Arbeiter”, das versuchte, unzufriedene sozialdemokratische Arbeiter für die KP zu gewinnen. Es konnte ein paar große Veranstaltungen organisieren und startete Anfang Januar 1930 eine Zeitung „Revolutionärer Sozialdemokrat”. Reich wurde sofort aus der Sozialdemokratie ausgeschlossen und übersiedelte kurz danach nach Berlin, wo er 1931 den Reichsverband für Proletarische Sexualpolitik gründete, aber 1933 wegen politischer Differenzen aus der KPD ausgeschlossen wurde. 1933 emigrierte er über Wien und Kopenhagen nach Oslo, 1939 weiter in die USA. Dort kam er mit seinen sexualpolitischen Vorstellungen in Konflikt mit den Behörden, kam 1955 ins Gefängnis, wo er starb. Seine Ideen wurden in der Studentenbewegung um 1968 wieder entdeckt und breit rezipiert.

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