Frey, Josef (1882-1957) war ein österreichischer Trotzkist. Er studierte Jura und wurde vor dem Ersten Weltkrieg Redakteur der Wiener Arbeiter=Zeitung. Im Ersten Weltkrieg war er Offizier und wurde 1918 Vorsitzender des Wiener Soldatenrats. Er versuchte vergeblich, die Sozialdemokratie für revolutionäre Positionen zu gewinnen und gründete die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft revolutionärer Arbeiterräte (SARA). 1920 wurden Frey und die Linksopposition augeschlossen. Sie gründeten eine eigene Partei und traten 1921 in die KP ein. Er leistete einen wichtigen Beitrag, das bisherige Sektierertum der KP zu überwinden und die Einheitsfrontpolitik durchzusetzen und war Delegierter auf dem 4. Kominternkongress 1922. Das änderte sich, als die Komintern 1924 selbst in ultralinke Positionen abglitt. 1927 wurde Freys Gruppe aus der Komintern ausgeschlossen und gründete die KPÖ-Opposition, die sich der Internationalen Linken Opposition Trotzkis anschloss. In den folgenden Jahren gab es heftige Konflikte zwischen Gruppen, die sich zur ILO zählten (v.a. um Frey, Landau und Frank), was zum organisatorischen Bruch Freys mit der ILO führte. Es kamen politische Differenzen hinzu, insbesondere lehnte Frey den Entrismus grundsätzlich ab und entwickelte seine „Kombinierte Kriegstaktik”, nach der man in mit der Sowjetunion verbündeten Ländern nicht die Revolution anstreben dürfe. Nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland 1938 und dem Hitler-Stalin-Pakt 1939 hätte das bedeutet, nicht mehr für den Sturz des Nazi-Regimes sein zu dürfen, weshalb ein Großteil von Freys Anhänger*innen zum orthodoxen Trotzkismus zurückkehrte. Frey selbst hatte 1938 in die Schweiz fliehen müssen, wo er mit der dortigen trotzkistischen Organisation eng zusammenarbeitete. Er blieb bis zu seinem Tode dort und schrieb teils richtige, teils falsche Kritiken an der Führung der Vierten Internationale. Insbesondere leugnete er nach 1945, dass der Zweite Weltkrieg zu Ende sei. Er sei mit dem Kalten Krieg nur in ein neues Stadium eingetreten. |
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