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Blanc, Louis

Blanc, Louis (1811-1882) – Französischer utopischer Sozialist, Publizist und Historiker. 1838 gründete er eine Zeitung „Revue du progrès politique, sociale et littèraire" („Rundschau des politischen, sozialen und literarischen Fortschritts"), die sich viel mit sozialen Fragen befasste. In dieser Zeitung veröffentlichte er auch zuerst sein sozialistisches Hauptwerk „Die Organisation der Arbeit", das 1840 in Buchform erschien und weite Verbreitung fand. Darin entwickelte er eine Theorie der friedlichen sozialistischen Umgestaltung der Gesellschaft durch Schaffung „sozialer Werkstätten" (d. h. genossenschaftlicher Assoziationen) mit Hilfe des Staates. Von dem Gedanken ausgehend, dass die Interessen der ganzen Gesellschaft die gleichen seien, lehnte B. den Klassenkampf und die Methode der Gewalt entschieden ab. Die „vulgären Gewaltmethoden" solle man den Gegnern überlassen, „das Volk erwartet seine Befreiung nicht von der rohen Gewalt, sondern von der Ordnung, der freien Erwägung und der Wissenschaft". Die Befreiung der Arbeiter ist auch nicht das Werk der Arbeiter, die Bourgeoisie brauche nur von den edlen sozialistischen Bestrebungen überzeugt zu werden, um die Sache der sozialen Umgestaltung selbst in die Hand zu nehmen. Möge die Bourgeoisie, rief er dieser zu, „sich mit dem Volke zusammenschließen und die Initiative ergreifen, um von der Konkurrenz zur Assoziation überzugehen". – In der Februarrevolution 1848 entsandten ihn die Arbeiter als ihren Vertreter in die Provisorische Regierung. Er zeigte sich seiner Aufgabe in keiner Weise gewachsen. Theoretisches Jakobinertum verband sich bei ihm in merkwürdiger Weise mit einer geradezu instinktiven Abneigung gegen jeden praktischen revolutionären Kampf, er hoffte durch Paktieren mit der Bourgeoisie die Forderungen des Proletariats durchsetzen zu können und predigte deshalb den Arbeitern, sich ruhig zu verhalten, geduldig zu warten und sich auf ihre Vertreter in der Regierung zu verlassen. Seine Forderung, ein eigenes Ministerium für Arbeit zu bilden, um die sozialen Reformen durchzuführen, von den Massen durch Demonstrationen kräftig unterstützt, wurde abgelehnt. Um die Arbeiter abzulenken, wurde von der Regierung eine Arbeiterkommission (die sogenannte „Luxembourg-Kommission , so benannt weil sie im Palais Luxembourg ihren Sitz hatte) gebildet und B zu deren Vorsitzendem ernannt. Dieser Kommission stand kein Budget keine exekutive Gewalt zur Verfügung, „mit den Köpfen sollten sie die, Grundpfeiler der bürgerlichen Gesellschaft einrennen," wie Marx sagt. Die guten Pläne" der Kommission mussten natürlich frommer Wunsch bleiben, auch die Nationalversammlung lehnte die Forderungen ab. Diese Misserfolge veranlassten L. B. jedoch nicht, seine bisherige Politik des Paktierens aufzugeben. Als am 18. Mai 1848 das Volk die Nationalversammlung stürmte und eine wahrhaft revolutionäre Regierung zu organisieren versuchte, schloss sich B. dieser Bewegung nicht an; er musste fast mit Gewalt in die Versammlung gebracht werden und sein Name wurde gegen seinen Willen auf die Liste der geplanten neuen Regierung gesetzt Da er Unvereinbares zu vereinbaren suchte, konnte es nicht ausbleiben, dass er zum Werkzeug in den Händen der Bourgeoisie wurde Nach der Niederwerfung des Juniaufstandes musste B flüchten: er begab sich nach Belgien und dann nach London. Nach dem Sturz des zweiten Kaiserreiches (1870) kehrte er nach Frankreich zurück Februar 1871 in die Nationalversammlung gewählt. Als die Pariser Kommune entstand, blieb er jenseits der Barrikade, bei den Versaillern, gegen die Communards. 1876 in die Kammer gewählt wo er zur bürgerlichen Linken gehörte. – Größere Bedeutung kommt ihm als Historiker zu (am bekanntesten sind seine „Geschichte der französischen Revolution" und „Die Geschichte der zehn Jahre 1830-1840 ).

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