Rosa Luxemburg: Eine Feststellung [Münchener Post, Nr. 86 vom 12. April 1916. Nach Gesammelte Werke, Band 4, Berlin 1974, S. 189] [Gen. R. Luxemburg schreibt der „Bergischen Arbeiterstimme":] Ich ersuche Sie um die Veröffentlichung der nachstehenden Zeilen, die aufzunehmen sich die Redaktion des ‚Vorwärts' geweigert hat. Die Methoden der Rechten der Opposition gegenüber, Andersdenkenden die Kundgebung ihres abweichenden Standpunktes zu verwehren, um den Schein der ,Einigkeit' nach außen hin künstlich zu erhalten, diese lieblichen Methoden haben sich, wie es scheint, bereits auf die sogenannte Opposition der Mitte vererbt. Die wenigen Zeilen, um die es sich handelt, lauteten: ,Nachdem mir am 31. März im Großberliner Zentralvorstand unmöglich gemacht wurde, einen von mir angekündigten Abänderungsantrag zu der angenommenen Resolution einzubringen, sehe ich mich zu folgender Feststellung veranlasst. Obwohl die Resolution weder im Ton noch im Inhalt die Konsequenzen aus der geschaffenen Parteilage zieht, stimmte ich für sie nur angesichts des Passus, der die Forderung aussprach, dass die neue „Arbeitsgemeinschaft" sich von allen … Hemmungen frei macht und allein die … zur Richtschnur ihres Handelns macht.1 Ich erblickte darin den bescheidenen Anfang einer Einsicht, der ich Ermunterung nicht versagen wollte.'" 1 Der Abschnitt der Resolution des Zentralvorstandes des Verbandes der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins und Umgegend, in der gegen das Verhalten der Opportunisten der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion gegenüber den oppositionellen Mitgliedern protestiert und die Bildung der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft gebilligt wurde, heißt: „Der Zentralvorstand erwartet von der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft, dass sie unbekümmert um Angriffe und sinnlose Verdächtigungen sich energisch frei macht von allen burgfriedlichen Hemmungen und allein die Klasseninteressen des Proletariats Richtschnur ihres Handeln sein lässt." (Jahresbericht 1914-1916, Berlin 1916, S. 80.) |
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