Übersicht‎ > ‎Personenverzeichnis‎ > ‎

Nikolajewski, B. I.

Nikolajewski, Boris Iwanowitsch (1887-1966) trat 1901 der russischen Sozialdemokratie bei und wurde 1906 Menschewist. Im Ersten Weltkrieg gehörte er zur sibirischen Gruppe um Zereteli. 1917 war er linker Menschewist, 1919 trat er für Zusammenarbeit mit den Bolschewiki gegen Koltschak ein. 1920 wurde er Mitglied des ZK der Menschewiki und arbeitete im Archiv für Revolutionsgeschichte in Moskau. 1921 wurde er verhaftet und 1922 aus der Sowjetunion verbannt. 1924-1931 war er Auslandsvertreter des Moskauer Marx-Engels-Instituts in Berlin und beschaffte im Westen Material zur Geschichte der Ersten Internationale, der Paris Kommune, von Marx und Engels etc. 1932 wurde ihm die sowjetische Staatsbürgerschaft aberkannt, 1933 emigrierte er vor den Nazis nach Paris, wo er die Zweigstelle der Amsterdamer Instituts für Sozialgeschichte leitete und auch mit Leo Sedow zusammenarbeitete. Seine Sekretärin Lilia Estrin war aktiv in der Linken Opposition und in ihrer Freizeit die Sekretärin Sedows. 1936 stahlen die Stalinisten in seinem Institut einen Teil von Trotzkis Archiv. 1936 verhandelte er auch mit Bucharin, Radek und anderen über den Verkauf des Archives von Marx. 1940 oder 1942 emigrierte er in die USA weiter. 1963 verkaufte er sein umfangreiches Archiv an die Hoover Institution und leitete es bis zu seinem Tod in diesem Rahmen.

Kommentare